Der Jahresauftakt fällt für die deutsche Wirtschaft verhalten aus. Der ifo-Geschäftsklimaindex tritt im Januar auf der Stelle und liegt bei 87,6 Punkten. Zwar bewerten viele Unternehmen ihre aktuelle Lage etwas stabiler, der Blick nach vorn wird jedoch wieder vorsichtiger. Ein spürbarer Aufschwung lässt zum Jahresbeginn noch auf sich warten.
Dabei zeigt sich ein differenziertes Bild zwischen den Branchen. Im Verarbeitenden Gewerbe legte der Index merklich zu, die Unternehmen zeigten sich zufriedener mit den laufenden Geschäften, auch die Erwartungen fielen weniger pessimistisch aus. Demgegenüber kühlte sich das Geschäftsklima im Dienstleistungssektor ab, unter anderem in der Logistik und im Tourismus. Im Handel verbesserte sich die Stimmung spürbar, während sich das Bauhauptgewerbe nur leicht aufhellte – vor allem der Hochbau bleibt ein Sorgenkind.
Für den weiteren Jahresverlauf äußert sich Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts, vorsichtig optimistisch. Entscheidend sei, ob staatliche Aufträge und Infrastrukturprojekte tatsächlich wirksam werden und bei den Unternehmen ankommen. „Wir erwarten schon, dass im Laufe des Jahres die Konjunktur sich belebt“, sagt Fuest.
Zugleich verweist Fuest auf erhebliche Unsicherheiten. Geopolitische Risiken und mögliche neue Zölle, insbesondere aus den USA, könnten die Konjunktur erneut belasten. Auch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie sieht er weiter unter Druck. Welche Faktoren jetzt entscheidend sind, wie realistisch ein Aufschwung 2026 ist und wo die größten Risiken liegen, erläutert Fuest ausführlich im Interview.