Nach der Zuspitzung im Streit um Grönland hat US-Präsident Donald Trump seine Drohungen gegen Europa zurückgenommen. Weder neue Zölle noch ein militärisches Vorgehen stehen aktuell zur Debatte, stattdessen ist von Gesprächen und einem möglichen Deal die Rede.
Von einer echten Entspannung könne jedoch noch nicht gesprochen werden, sagt Sicherheitsexperte Nico Lange im Interview mit DER AKTIONÄR. Bislang handele es sich eher um eine Abwendung der Eskalation als um ein konkretes Abkommen. Entscheidend seien dabei die Positionen Grönlands und Dänemarks, die bislang kaum öffentlich geäußert worden seien. Eine Lösung über ihre Köpfe hinweg sei politisch wie rechtlich nicht möglich.
Über den konkreten Konflikt hinaus verweist Lange auf das grundsätzliche Abhängigkeitsverhältnis Europas gegenüber den USA. Wirtschaftlich seien die transatlantischen Beziehungen zwar eng, Europa verfüge jedoch durchaus über Einfluss, insbesondere wenn es geschlossen auftrete. Gleichzeitig sei ein Handelskonflikt für Europa schwierig, da der US-Markt homogener und weniger fragmentiert sei.
Besonders groß bleibe die Abhängigkeit im sicherheitspolitischen Bereich, da zentrale militärische Fähigkeiten derzeit fast ausschließlich von den USA bereitgestellt würden. Langfristig sei mehr europäische Eigenständigkeit sinnvoll, betont Lange – allerdings nur mit einer klaren Strategie und einem schrittweisen Aufbau eigener Fähigkeiten. Weitere Details im folgenden Interview.