Im Fokus steht weiter der Ölmarkt: Brent und WTI springen kräftig an, weil die Straße von Hormus praktisch blockiert ist und damit ein zentraler Transportweg für Öl und Gas ausfällt. Die Hoffnung der G7, notfalls mit strategischen Reserven gegenzusteuern, beruhigt die Märkte kurzfristig etwas, ändert aber nichts daran, dass die Lage angespannt bleibt und ein neuer Inflationsschub droht.
Davon profitieren vor allem Öl- und Gaswerte wie Exxon Mobil oder Cheniere Energy, während der breite Markt unter Druck steht. Auch Börsenbetreiber rücken in den Blick, weil die hohe Volatilität das Geschäft belebt.
Abseits des Kriegsgeschehens sorgt Novo Nordisk für Aufmerksamkeit. Der Konzern begräbt vorerst den Patentstreit mit Hims & Hers und setzt stattdessen auf Kooperation, um Ozempic und Wegovy über die Plattform breiter zu vertreiben. Für Hims & Hers ist das ein Befreiungsschlag, die Aktie legt vorbörslich kräftig zu.
Im Technologiesektor richten sich die Blicke auf Oracle, das morgen Zahlen vorlegt. Nach dem massiven Kursrutsch geht es nun darum, ob das Unternehmen mit seinem KI- und Rechenzentrumsengagement wieder Vertrauen zurückgewinnt. Marvell Technology profitiert dagegen weiter von starken Zahlen und einem überzeugenden Ausblick, bleibt aber wie der gesamte KI-Sektor anfällig für Zinssorgen und höhere Finanzierungskosten.
Klarer Gewinner der aktuellen geopolitischen Eskalation bleiben Rüstungswerte wie RTX, die weiter zulegen, weil mit steigenden Militärbudgets gerechnet wird. Insgesamt dominiert aber ein Thema alles andere: die Frage, wie lange der Krieg anhält und wie stark er auf Inflation, Energiepreise und Weltwirtschaft durchschlägt.
Martin Weiß, stellvertretender Chefredakteur von DER AKTIONÄR, kennt die Indikationen für den heutigen Handelstag.
DER AKTIONÄR TV daily
Die AKTIONÄR TV-Redaktion versorgt Sie börsentäglich mit den Top-Videos der Woche. Ob Marktüberblick, Trading-Tipps, Charttechnik oder Einzelwerte: Unsere Experten verraten Ihnen alles Wissenswerte rund um die Themen, die Sie interessieren.