16.07.2019 Michel Doepke

Ratiopharm-Mutter Teva: Das klingt richtig übel...

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TEVA Pharmaceuticals
Trendthema

Die Ratiopharm-Mutter Teva hat an mehreren Fronten zu kämpfen: Massiver Preis- und Konkurrenzdruck, die massive Verschuldung und die Opioide-Krise in den USA – die Kursentwicklung der Aktie in den letzten Monaten spricht Bände. Im gestrigen Handel sorgte zudem ein negativer Analystenkommentar aus dem Hause Morgan Stanley für Verkaufsdruck, die Papiere drohen auf ein neues Mehrjahrestief abzurutschen.

Analyst David Risinger senkt den Daumen für Teva. Die Aktie wird von "Equal-Weight" auf "Underweight" abgestuft, das Kursziel lautet fortan sechs Dollar. Das liegt immer noch gut ein Drittel unter dem aktuellen Kursniveau. Risinger sieht weitere Abwärtsrisiken durch bestehende Opioide-Rechtsunsicherheiten. Denn es gebe Tausende Klagen im Zusammenhang mit Opioide. Mit dem US-Bundesstaat Oklahoma konnte die Ratiopharm-Mutter eine Einigung erzielen. Doch aus anderen Staaten droht noch mehr Ungemach. Entsprechend haben sich laut Risinger die Bewertungsmetriken verschlechtert.

Die Umsätze mit dem MS-Mittel Copaxone brechen in den USA ein.

Probleme ohne Ende

Hinzu kommt der immense Preis- und Konkurrenzdruck. Durch Generika entwickeln sich die Umsätze des einstigen Top-Sellers Copaxone. Mit neuen Medikamenten soll die Umsatzlücke kompensiert werden. Darunter beispielsweise das Migräne-Prophylaxe-Mittel Ajovy. Doch auch dieser Markt ist inzwischen hart umkämpft. Nicht zu vergessen: Die hohe Nettofinanzverschuldung, die Teva vor sich her schiebt. Analysten rechnen damit, dass per Ende 2019 25,6 Milliarden Dollar an Nettoschulden zu Buche stehen. Beim operativen Ergebnis sollen die Israelis gut vier Milliarden Dollar einnehmen.

TEVA Pharmaceuticals (WKN: 883035)

Angesichts der Masse an Problemen sollten Anleger weiter einen großen Bogen um die Teva-Aktie machen, auch wenn das Unternehmen derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 4 (!) für 2019 bewertet wird.