Während Novo Nordisk und Eli Lilly den milliardenschweren Markt für GLP-1-basierte Appetitzügler kontrollieren, schicken sich immer mehr Unternehmen an, dem Duo mittel- bis langfristig nennenswerte Marktanteile abzuluchsen. Auch Kailera Therapeutics zählt zu diesen Firmen. Der Wettbewerber hat am Dienstag weitere Daten vorgelegt.
Konkret handelt es sich um positive Topline-Ergebnisse der Phase 3 zum oral verfügbaren GLP-1-Rezeptor-Agonisten KAI-7535 beziehungsweise HRS-7535. Dieser konnte in China in Woche 44 einen mittleren Gewichtsverlust von bis zu 10,9 Prozent und in Woche 50 einen mittleren Gewichtsverlust von bis zu 11,1 Prozent demonstrieren.
Die Rechte an dem Wirkstoff in der asiatischen Volksrepublik kontrolliert Hengrui Pharma. Kailera Therapeutics hat sich hingegen über eine strategische Lizenzvereinbarung außerhalb Großchinas den Zugriff auf den Appetitzügler gesichert.
Kailera überprüft KAI-7535 inzwischen auch in einer global angelegten Phase-2-Studie. Diese Daten sollten mehr Aufschluss über die Wirksamkeit und Sicherheit der potenziellen Abnehmpille liefern. Die Resultate sollen 2027 vorliegen.
Was das Nebenwirkungsprofil betrifft, waren die meisten behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse leicht bis mittelschwer und betrafen den Magen-Darm-Trakt. Allerdings beobachtete Kailera bei gut 70 Prozent der Menschen, die KAI-7535 erhalten haben, Übelkeit, bei gut zwei Drittel sogar Erbrechen und bei knapp 37 Prozent Durchfall.
Stand jetzt ist von Kailera perspektivisch keine größere Gefahr für das Geschäft von Novo Nordisk auszugehen. Vor allem das Nebenwirkungsprofil wirft Fragen im Hinblick auf die Konkurrenzfähigkeit der Substanz auf. Entsprechend unbeeindruckt zeigt sich die Aktie von Novo Nordisk, die an der Heimatbörse in Kopenhagen gut zwei Prozent zulegen kann. Anleger mit Weitblick können beim europäischen Blue Chip weiter Positionen aufbauen.
FAQs
Was macht Novo Nordisk eigentlich?
Novo Nordisk ist ein Pharma-Konzern aus Dänemark und vor allem für seine innovativen Medikamente gegen Diabetes und Adipositas bekannt. Die Gesellschaft kann auf eine über 100-jährige Historie zurückblicken und war zeitweise das wertvollste börsennotierte Unternehmen Europas.
Wie stark ist Novo Nordisk abhängig von einzelnen Produkten?
Relativ stark von den Top-Sellern im Diabetes- und Adipositas-Bereich. Genau deshalb schauen Anleger besonders auf die Entwicklungspipeline und die Konkurrenzsituation der Dänen. Eli Lilly ist der deutlich größte Wettbewerber.
Zahlt Novo Nordisk überhaupt eine Dividende?
Ja, Novo Nordisk schüttet regelmäßig eine Dividende aus und gehört damit auch für Dividenden-affine Anleger zu den deutlich interessanteren Pharma-Titeln, gerade nach dem Kurseinbruch seit Ende 2024. Denn dadurch ist die Dividendenrendite deutlich gestiegen.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
Heute, 13:33