Die Aktie von Novo Nordisk hat Anlegern die ganze Bandbreite der Börsenemotionen beschert. In weniger als drei Jahren stieg sie um über 200 Prozent. Danach verlor die Aktie mehr als 70 Prozent und liegt inzwischen unter dem Niveau von vor fünf Jahren. Der Titel ist mittlerweile günstig bewertet. Nun kommt es darauf an, ob Novo in Zukunft auf der Medikamentenseite und möglicherweise auch auf der M&A-Seite punkten kann. Hoffnungsvoll stimmt eine Studienauswertung, was den Bereich Alzheimer angeht.
Semaglutid könnte möglicherweise auch im Kampf gegen Alzheimer eine Rolle spielen. Darauf deutet eine neue im Fachjournal „Alzheimer’s & Dementia“ veröffentlichte Untersuchung hin. Der Wirkstoff ist unter den Markennamen Ozempic und Wegovy bekannt und wird gegen Typ-2-Diabetes sowie zur Gewichtsabnahme eingesetzt.
Forscher der Case Western Reserve School of Medicine werteten elektronische Gesundheitsdaten von knapp einer Million US-Amerikanern mit Typ-2-Diabetes über drei Jahre aus. Sie verglichen Patienten mit Semaglutid-Verordnung mit Erkrankten, die eines von sieben anderen Diabetesmedikamenten erhielten – darunter Metformin, DPP-4-Hemmer und weitere GLP-1-Rezeptoragonisten.
Bei den Semaglutid-Anwendern war das Risiko einer erstmaligen Alzheimer-Diagnose um 40 bis 70 Prozent geringer als in den Vergleichsgruppen. Einen ursächlichen Zusammenhang belegt die Analyse jedoch nicht. Sie zeigt lediglich eine statistische Verbindung.
Rong Xu, Professorin für biomedizinische Informatik und Leiterin der Studie, verweist auf mögliche Erklärungen. Frühere Arbeiten hätten gezeigt, dass Semaglutid Entzündungen reduzieren, Nervenzellen schützen, das Gewicht senken, Diabetes kontrollieren und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen kann. Außerdem könne der Wirkstoff das Verlangen nach Zigaretten und Alkohol dämpfen. Damit könnte er mehrere Faktoren beeinflussen, die mit Alzheimer in Verbindung stehen.
Charttechnisch ist die Aktie von Novo weiter angeschlagen. Sie arbeitet aber derzeit an der Bodenbildung. Ein erstes wichtiges positives Signal wäre der Sprung über den kurzfristigen Abwärtstrend. Anleger belassen die Aktie auf der Watchlist.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
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