Vor wenigen Wochen haben der Pharma-Riese Merck & Co und der Entwicklungspartner Moderna mit positiven Ergebnissen zu einem personalisierten Hautkrebsimpfstoff für Schlagzeilen gesorgt. Doch die Pipeline des im Dow Jones gelisteten Konzerns hat weitaus mehr zu bieten als den Bereich der Onkologie.
In der zurückliegenden Handelswoche berichtete Merck & Co über positive Spätphasen-Studiendaten zu Remigromig (vormals EYE103) zur Behandlung von Patienten mit diabetischem Makulaödem.
Den Analysten der Citi zufolge würden die positiven Ergebnisse Merck & Co dem Ziel etwas näherbringen, den Verlust der Exklusivität für sein Blockbuster-Krebsmedikament Keytruda auszugleichen. „Obwohl wir der Ansicht sind, dass die Augenheilkunde im Merck-Anlagekonzept nach wie vor relativ wenig Beachtung findet, sind wir überzeugt, dass die heutigen positiven BRUNELLO-Ergebnisse das wachsende Anlegerinteresse an der spätphasigen Pipeline weiter verstärken“, so Geoff Meacham.
Remigromig stelle einen neuen Wirkmechanismus dar. "Der potenziell erste Antikörper seiner Klasse mit vierwertiger, trispezifischer Wirkung wurde entwickelt, um den Wnt-Signalweg zu aktivieren. Bei einer Zulassung könnte er das kommerzielle Portfolio von Merck weiter diversifizieren", erklärt Citi-Analyst Meacham.
Übernahme zahlt sich wohl aus
Das Ophthalmologie-Geschäft von Merck & Co ist nicht groß, könnte allerdings durch mögliche Zulassungen von Remigromig an Bedeutung gewinnen. Der Pharma-Konzern hat den Wirkstoff zugekauft: Im Mai 2024 kündigten die Amerikaner die Übernahme von EyeBio an. Kostenpunkt: 1,3 Milliarden Dollar via Vorauszahlung und weitere bis zu 1,7 Milliarden Dollar beim Erreichen bestimmter Meilensteine.
DER AKTIONÄR hat in den zurückliegenden Quartalen immer wieder die M&A-Strategie von Merck & Co gelobt und zum Kauf der Aktie geraten. Kursplus seit Empfehlung im Oktober 2025: gut 76 Prozent (exklusive Dividendenzahlungen). Investierte Anleger bleiben dabei und versehen die Position mit einem Stopp bei 102 Euro.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Moderna, Merck & Co.
Aktien der Moderna befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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