09.09.2019 Michel Doepke

Amgen-Aktie kräftig unter Druck: Ist das gerechtfertigt?

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Amgen
Trendthema

Bestimmte Proteine können im Falle einer Mutation das Wachstum von Tumoren begünstigen. Dazu zählt unter anderem das monomere G-Protein KRAS. Seit Jahren forscht die Biotech-Szene an passenden Lösungen, um das unkontrollierte Zellwachstum durch KRAS in den Griff zu bekommen. In der Pole-Position befindet sich Amgen. Auf der diesjährigen World Conference on Lung Cancer (WCLC) in Barcelona hat das Biotech-Schwergewicht vielversprechende Daten veröffentlicht – doch der Markt zeigt sich enttäuscht.

Amgen befindet sich auf einem guten Weg, den KRAS-Inhibitor AMG 510 zur Marktreife zu führen. Doch die Erwartungen an die Biotech-Schmiede waren immens hoch. Zu hoch. Und das, obwohl über die Hälfte der Patienten mit einer speziellen Lungenkrebserkrankung auf den Wirkstoff ansprachen.

Amgen

KRAS ist für eine Vielzahl von Krebserkrankungen relevant. Mit dem Medikament, welches auf die KRAS-G12C-Mutation abzielt, könnte Amgen unter anderem bestimmte Patientengruppen mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, Darmkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs adressieren.

Mirati Therapeutics

An einem vergleichbaren Wirkstoff forscht auch die Biotech-Schmiede Mirati Therapeutics. Das Marktpotenzial beziffert die Biotech-Gesellschaft auf über sieben Milliarden Dollar. In den zurückliegenden zwei Jahren hat die Aktie ein fulminantes Comeback an der Börse gefeiert. Doch Mirati Therapeutics muss auch starke, wenn nicht sogar bessere klinische Beweise liefern, um die inzwischen ambitionierte Bewertung zu rechtfertigen.

Mirati Therapeutics (WKN: A1W1XV)

Die Amgen-Ergebnisse sind nun der Maßstab für Mirati Therapeutics. Die KRAS-Daten zum eigenen Produktionskandidaten (MRTX849) will die Gesellschaft noch im Herbst vorlegen. Dann wird sich zeigen, ob die Neubewertung der letzten zwei Jahre gerechtfertigt ist. Die Mirati-Aktie dürfte volatil auf die jüngste Datenvorlage des Rivalen Amgen reagieren und bleibt eine Halteposition mit Stopp bei 65,00 Euro. Die Papiere des Biotech-Schwergewichtes Amgen fallen indes im vorbörslichen Handel vier Prozent zurück. Zu viel des Guten! Investierte Anleger sollten die Ruhe bewahren und dabeibleiben.