In der vergangenen Woche hat der Biokraftstoffproduzent Verbio sein 20-jähriges Börsenjubiläum gefeiert. Zwei Jahrzehnte voller Höhen und Tiefen; voller politischer Ups and Downs. Und erneut ist es die Politik, die am Montag für Bewegung bei der Aktie sorgt: Ein neuer Vorstoß des Bundesverkehrsministers Steffen Bilger (CDU) treibt den SDAX-Wert zum Wochenstart an.
Der Nachfolger von Patrick Schnieder fasst etwa 15 Jahre nach der flächendeckenden Einführung von E10 ins Auge, die maximale Beimischungsquote auf E20 zu verdoppeln. "Zurzeit setze ich mich mit meinem französischen Amtskollegen dafür ein, dass wir die Beimischung von Biokraftstoffen erhöhen", so Bilger gegenüber der Augsburger Allgemeinen auf die Frage, wie der Politiker dem Klimaschutz stattdessen Rechnung tragen wolle. "Da gäbe es beispielsweise E20 an den Zapfsäulen."
Der Vorstoß des CDU-Politikers steht im Zusammenhang mit dem jüngsten deutsch-französischen Vorschlag, das geplante Verbrenner-Aus für 2035 aufzuweichen. Die EU-Mitgliedstaaten einigten sich dazu in Paris.
Ethanolhersteller könnten profitieren
Mit einem höheren Anteil von Biokraftstoffen bei Benzin könnte die Nachfrage nach Ethanol steigen. Direkter Gewinner dürfte im Falle einer Erhöhung dann Verbio sein. Im Geschäftsjahr 2025/26 nahm das Unternehmen in diesem Segment 899 Millionen Euro ein und produzierte 590.884 Tonnen Ethanol. 85,5 Millionen Euro blieben wiederum als EBITDA hängen.
Im frühen Handel gewinnt die Verbio-Aktie drei Prozent an Wert und schraubt sich damit wieder über die psychologisch wichtige Marke von 30 Euro. Noch ist der Titel allerdings im Abwärtstrend, der seit dem Frühjahr besteht, gefangen.
Im Falle einer bundesweiten Einführung von E20 könnte Verbio stark profitieren. Die Aktie darf weiterhin auf der Watchlist von spekulativ ausgerichteten Anlegern nicht fehlen.
19.10.2026, 09:06
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