Jetzt auf die neuen Favoriten setzen!
Foto: TUI
06.03.2021 Marion Schlegel

TUI: Zumindest das – Aktie weiter stark

-%
TUI

Mit den geänderten Flottenplänen beim Ferienflieger Tuifly können nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi etwa 200 Arbeitsplätze im Cockpit und in der Kabine zusätzlich gesichert werden. Es sei begrüßenswert, dass der Aufsichtsrat der Tuifly die bisherigen Pläne zur Flottenreduzierung von 35 auf nur 17 Flugzeuge revidiert und eine neue Zielgröße von 22 Flugzeugen beschlossen habe, teilte Verdi am Samstag mit. Als Zielgröße war die Zahl von 200 zusätzlich gesicherten Jobs bereits am Freitagabend aus dem Unternehmen genannt worden.

TUI (WKN: TUAG00)

Das Ziel, Entlassungen zu vermeiden, sei mit dem vorliegenden Kompromiss gelungen, sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle. "Der Preis dafür ist jedoch hoch. Die Beschäftigten zahlen dafür mit langfristig verschlechterten Arbeitsbedingungen", ergänzte sie. Die Kritik am großen Arbeitsplatzabbau am Boden und in der Technik bleibe bestehen. So sei es ein "unglaublicher Skandal", dass die Flugzeugwartung und deren Arbeitsplätze nach Belgien und England verlagert werden sollen – just nach Ende der Möglichkeit, dafür Kurzarbeit zu beantragen.

Der Aufsichtsrat von Tuifly hatte sich am Freitag in einer Sondersitzung auf einen Kompromiss beim Sparkurs verständigt. Personalabbau soll nach Verdi-Angaben nur mit Freiwilligenprogrammen erfolgen. Tuifly garantiere einen festen Beschäftigtenstand in der Kabine.

Für die TUI -Gruppe ist der Abbau bei der eigenen Zubringer-Airline für Pauschal- oder Kreuzfahrtkunden eine Gratwanderung. Konzern- und weltweit stehen insgesamt 8.000 Jobs auf der Streichliste. Für 5.000, viele davon im Ausland, ist der Plan bereits umgesetzt. Die im vorigen Jahr wegen Corona eingebrochene Reisenachfrage hatte TUI in Existenznot gebracht. Der Staat und private Kapitalgeber mussten den Konzern stützen.

Die Tourismus-Branche, die zu den größten Opfern der Corona-Pandemie zählt, schöpft Hoffnung – zumindest etwas. Doch eine nachhaltige Erholung der internationalen Urlaubsreisen wird dauern. DER AKTIONÄR hatte mutigen Anlegern in seiner Ausgabe 03/21 die TUI-Aktie bei einem Kurs von 3,93 Euro zum Kauf empfohlen. Derzeit notiert das Papier nach einer zuletzt starken Entwicklung bei 4,90 Euro. Engagierte Anleger halten die Papiere weiterhin, beachten aber die Stop-Loss-Marke bei 3,60 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

Buchtipp: Narrative Wirtschaft

„Tech-Aktien steigen immer!“ „Immobilien­preise fallen nie!“ Stimmt das wirklich? Ob wahr oder nicht, solche Narrative, oder einfacher gesagt Geschichten, beeinflussen das Verhalten von Menschen und somit auch die Wirtschaft massiv. Wie entstehen Narrative? Wie gehen sie viral, wie gewinnen sie an Einfluss, wann verlieren sie diesen wieder? Welche Auswirkungen haben sie? Und, last, but not least: Wie lassen sich mit ihnen ökonomische Zusammenhänge und Entwicklungen besser verstehen und vorhersagen? Diese Fragen untersucht Wirtschafts-Nobelpreisträger Robert J. Shiller in seinem vielleicht wichtigsten Buch.

Autoren: Shiller, Robert J.
Seitenanzahl: 480
Erscheinungstermin: 16.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-666-0