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02.08.2020 Michel Doepke

Paion nach US-Zulassung: CEO Jim Phillips im AKTIONÄR-Interview

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Paion

Die Biotech-Gesellschaft Paion konnte in den vergangenen Wochen mit einem anhaltend positiven Newsflow für Schlagzeilen sorgen. Mit der US-Zulassung von Byfavo (Remimazolam) in der Indikation Kurzsedierung hat die Gesellschaft einen wichtigen Meilenstein in der Unternehmenshistorie erreicht. DER AKTIONÄR hat bei Firmenlenker Dr. Jim Phillips nachgefragt, was Anleger nun erwarten können.

Dr. James (Jim) Phillips, CEO von Paion

DER AKTIONÄR: Wie gestaltet sich die Timeline in den USA nach der Zulassung von Byfavo in der Indikation Kurzsedierung?

Dr. Jim Phillips: Der für die Vermarktung zuständige US-Partner Acacia plant den Vermarktungsstart von Byfavo in den USA noch in diesem Jahr. Voraussetzung dafür ist, dass Byfavo bis dahin von der Drug Enforcement Administration (DEA) im Rahmen des sogenannten Controlled Substances Act klassifiziert wurde. Hintergrund hier ist die notwendige Arzneimittelklassifikation, die auf dem Risiko von möglichem Missbrauch beruht. Paion erwartet, dass Byfavo die gleiche Klassifizierung wie Midazolam erhält.

Welche Umsatzbeiträge sind in diesem Jahr noch zu erwarten?

Wir erwarten im Jahr 2020 Umsatzerlöse von circa 20 Millionen Euro, davon 15 Millionen Euro von Cosmo durch die Zulassung von Remimazolam in den USA. Für die Zulassung von Remimazolam in Japan Ende 2019 und die im Januar 2020 mit Hana Pharm vereinbarte Erweiterung des Lizenzgebiets um sechs zusätzliche Länder in Südostasien haben wir bereits Meilensteinzahlungen vereinnahmt; weiter erwarten wir im Zusammenhang mit möglichen Marktzulassungen in weiteren Territorien. Lizenzgebühren aus der Vermarktung von Remimazolam in den USA, China und Japan werden 2020 in geringer Höhe von insgesamt unter einer Million Euro erwartet.

Mit welcher Umsatzentwicklung rechnen Sie in den kommenden Jahren?

Wir werden jetzt sukzessive die Forecasts mit unseren Partnern auf Basis der erteilten Label und der geplanten Preispolitik besprechen. Wir profitieren mit Umsatzbeteiligungen in Höhe von bis zu 25 Prozent, abhängig von der Region. Ein wesentlicher Einflussfaktor wird aber auch die abschließende Entscheidung zum Aufbau eines eigenen Vertriebs und der Vermarktung in ausgewählten europäischen Regionen sein.

Welche Beweggründe gab es von Cosmo, die US-Lizenz für Byfavo an Acacia Pharma zu übertragen?

Cosmo hatte sich 2019 entschieden, keine eigene Produktentwicklung und Vermarktung voranzutreiben, sondern sich als Beteiligungsunternehmen zu positionieren, um über das Investment am zukünftigen Erfolg partizipieren zu können. Die Entscheidung folgt insofern dieser Strategie, nachdem Cosmo sich auch an Acacia beteiligt hat. Acacia ist nun allein für die Vermarktung zuständig.

Vielen Dank, Herr Dr. Phllips!

Paion (WKN: A0B65S)

Zulassungen sind das eine, Umsätze das andere. Die Paion-Aktie mag trotz des positiven Newsflows nicht so recht in Schwung kommen. Geduld ist bei der spekulativen Aktie gefragt. Der Wert bleibt aber eine hochspannende Depotbeimischung.