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18.11.2020 Börsen. Briefing.

Boeing: Endlich ist es soweit – aber Gewinne schrumpfen

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Boeing

Es hatte sich zuletzt angedeutet, nun hat die US-Flugaufsicht FAA tatsächlich das Startverbot von Boeings Unglücksflieger 737 Max wieder aufgehoben. Nach mehr als anderthalb Jahren Startverbot darf der Kurz- und Mittelstrecken-Jet wieder abheben. Allerdings hat die FAA bestimmte Bedingungen vorgegeben.

Voraussetzung für das Abheben der 737-Max-Flieger ist unter anderem die Installation einer neuen Steuerungssoftware an den Flugzeugen.

Experten rechnen damit, dass die europäischen und andere internationale Aufsichtsbehörden nun ebenfalls zügig grünes Licht geben werden. Bis die 737 Max wieder voll in den Betrieb starten kann, dürfte es trotzdem noch etwas dauern. Zunächst müssen die letzten Wartungsarbeiten und Piloten-Trainings abgeschlossen werden.

Gewinnmitnahmen am Nachmittag

Update: Die Boeing-Aktie reagierte im frühen US-Handel mit einem Kurssprung von über  sieben Prozent auf 222,87 Dollar auf die Nachrichten. Schon am Vortag hatte sie - beflügelt von der Aussicht auf die Wiederzulassung - mehr als acht Prozent an Wert gewonnen. Auch hierzulande springt der Dow-Wert befreit nach oben (siehe Chart). Am Nachmittag kommt es aber zu Gewinnmitnahmen, die Kurse pendeln nur noch wenig im Plus.

Boeing (WKN: 850471)

Der Krisenjet war im März 2019 im Zuge zweier Abstürze mit insgesamt 346 Toten aus dem Verkehr gezogen worden. Als Hauptursache der Unglücke galt ein fehlerhaftes Steuerungsprogramm. Boeing hatte die Probleme eigentlich bereits nach dem ersten Absturz beheben wollen. Doch es traten wiederholt weitere Mängel auf, so dass es letztlich rund 20 Monate dauerte, bis die FAA das Flugverbot für die 737 Max aufhob.

"Für die Zukunft von Boeing ist es von zentraler Bedeutung, ob die Produktion des Max in den kommenden Jahren wieder hochgefahren werden kann", hatte Analyst Seth Seifman von JPMorgan unlängst erklärt.

Erste kommerzielle Flüge nach Weihnachten

Update: Das Ende des 20-monatigen Flugverbots kann Boeing nun die rund fertig produzierten 450 Max-Jetliner an ihre Kunden übergeben. American Airlines wird voraussichtlich die erste US-amerikanische Fluggesellschaft sein, die das Flugzeug nach Weihnachten wieder in den kommerziellen Dienst stellt. United Airlines und Southwest Airlines haben angekündigt, dass ihre 737-Max-Maschinen im nächsten Jahr wieder planmäßig fliegen sollen.

Zu der Krise um den Unglücksflieger kam in diesem Jahr der Geschäftseinbruch durch die Corona-Pandemie hinzu. Der Konzern reagiert auf die klamme Finanzlage mit drastischen Sparmaßnahmen und will seine Mitarbeiterzahl bis Ende 2021 um etwa 30.000 auf rund 130.000 senken.

Noch lange Durststrecke

Auch wenn die Wiederzulassung der 737 Max für Boeing eine große Erleichterung ist, blickt der US-Flugzeugriese weiter äußerst schwierigen Zeiten entgegen. Die Corona-Pandemie, die weite Teile des Luftverkehrs lahmgelegt und viele Fluggesellschaften in Finanznot gebracht hat, dürfte noch deutlich länger belasten. Der Konzern rechnet mit einer Durststrecke, die die Nachfrage nach Flugzeugen dauerhaft dämpfen wird. Boeing geht davon aus, dass es etwa drei Jahre dauern wird, um das Niveau von 2019 wieder zu erreichen. Bis die Luftfahrtbranche zu ihrem langfristigen Wachstumstrend zurückkehre, dürften fünf oder sogar mehr Jahre vergehen.

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