Für Siemens Energy ist es ein Signal mit zwei Seiten: US-Präsident Donald Trump verlangt, dass große neue Rechenzentren ihren Strom selbst erzeugen. Am direktesten profitiert aber der US-Erzrivale GE Vernova. Dessen Aktie schloss am Mittwoch vier Prozent fester bei 926 Dollar.
GE-Vernova-Aktie: Was bringt Trumps Strombefehl?
Trump schrieb auf Truth Social, große neue Rechenzentren würden von ihm verpflichtet, eigenen Strom zu erzeugen und Überschüsse an die Gemeinden oder ins Netz abzugeben; die Strompreise könnten sogar deutlich sinken. Neu ist die Richtung nicht: Am 4. März unterschrieben Amazon, Alphabet, Meta, Microsoft, Oracle, OpenAI und xAI den Ratepayer Protection Pledge und sagten zu, den Strom für neue Rechenzentren selbst zu beschaffen und den Netzausbau zu bezahlen.
Wer schnell eigenen Strom braucht, setzt meist auf Gasturbinen. GE Vernova meldete zum zweiten Quartal einen Auftragsbestand von 176 Milliarden Dollar, die Aufträge von Rechenzentren in der Netzsparte waren seit Jahresbeginn mehr als doppelt so hoch wie im gesamten Vorjahr.
Und Siemens Energy? Die Münchner sitzen mit am Tisch. Fast drei von zehn Euro an neuen Aufträgen kamen im Geschäftsjahr 2025 aus den USA. Im dritten Geschäftsquartal trieben auch Großaufträge für US-Rechenzentren die Rekordbestellungen der Gassparte. Politisch aber hat im Wahlkampf der US-Konzern den Heimvorteil.“
Jedoch ist Trumps Post kein Gesetz und zwölf Tage vor den Zwischenwahlen am 3. November klingt er auch nach Wahlkampf. Zudem ist die Fertigung der Engpass. GE Vernova will erst im dritten Quartal eine Jahresleistung von 20 Gigawatt bei Gasturbinen erreichen, bis Jahresende sollen mindestens 125 Gigawatt unter Vertrag stehen – gut sechs Jahresproduktionen. Neue Bestellungen verlängern also vor allem die Lieferzeiten.
Die Aktie schloss gestern bei 926 Dollar und liegt 1,21 Prozent unter der 200-Tage-Linie bei 937 Dollar. Darüber wartet als nächster Widerstand der Schlusskurs vom 13. Oktober bei 1.004 Dollar, der Kurs liegt 7,78 Prozent darunter. Unterstützung bietet das Tief vom 15. Oktober bei 871 Dollar. Fällt diese Marke, wäre die Erholung der vergangenen Tage vorerst gescheitert.
Ob das Auftragsbuch in Gewinn umschlägt, zeigen die Zahlen von GE Vernova am 28. Oktober vor US-Börsenstart; Siemens Energy folgt am 11. November.
GE Vernova bleibt eine laufende Empfehlung des AKTIONÄRS, Siemens Energy ist ausgestoppt worden.
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