++ KI-Boom ‒ so sind 125 Prozent drin ++

Extrem‑Crash bei Chip‑Aktie POET: Minus 50 Prozent – Marvell zieht den Stecker

Extrem‑Crash bei Chip‑Aktie POET: Minus 50 Prozent – Marvell zieht den Stecker
Foto: iStockphoto
POET Technologies Inc -%
Lars Friedrich Heute, 19:10 Lars Friedrich

Ganz böses Erwachen bei einer der heißesten KI-Aktien der vergangenen Monate: POET Technologies verliert heute zeitweise die Hälfte seines Werts. Auslöser ist eine Nachricht, die es in sich hat: Ein zentraler Partner ist plötzlich weg. Und die Schuld trägt womöglich ausgerechnet der Finanzchef von POET!

Das Unternehmen meldet die Stornierung sämtlicher Aufträge durch Celestial AI. Dahinter steht inzwischen Marvell. Der Chipkonzern hatte Celestial AI übernommen – und zieht nun die Reißleine.

Der Grund ist brisant. Marvell wirft POET vor, vertrauliche Informationen zu Aufträgen und Lieferdetails offengelegt zu haben. Das wäre ein klarer Verstoß gegen Geheimhaltungsvereinbarungen. Die Konsequenz: Alle bestehenden Bestellungen werden gestrichen, auch für erste Produktionseinheiten.

Damit verliert POET auf einen Schlag einen wichtigen Kunden im KI-Ökosystem.

Der Markt reagiert entsprechend. Die Aktie von POET bricht massiv ein, nachdem sie sich in den vergangenen Handelstagen noch verdoppelt hatte.

Der Hintergrund

Der mutmaßliche konkrete Grund war offenbar eine öffentliche Bestätigung der Marvell-Verbindung durch POET-CFO Thomas Mika. Mehrere Quellen berichten, dass die Aktie kurz zuvor stark gestiegen war, nachdem Mika einen Auftrag mit Bezug zu Marvell öffentlich bestätigt hatte. Genau diese Offenlegung dürfte Marvell nun als Verletzung der Vertraulichkeit werten.

Mit seiner „Optical Interposer“-Technologie will POET elektronische und photonische Bauteile direkt auf einem Chip kombinieren. Ziel sind schnellere und effizientere Datenverbindungen in KI- und Hyperscale-Systemen. Wenn ein Großkunde nun wegen möglicher Verstöße gegen Vertraulichkeit abspringt, wirft das Fragen auf. Für ein kleines Unternehmen wie POET ist das ein ernstes Problem. Das Management versucht gegenzusteuern. Man verweist auf andere Projekte und einen neuen Auftrag im Volumen von rund 5 Millionen Dollar. Doch im Vergleich zum verlorenen Partner wirkt das überschaubar. Zudem ist unklar, ob und wie sich die Beziehung zu Marvell künftig wieder stabilisieren lässt.

POET Technologies Inc (WKN: A3DWD8)

Glück für AKTIONÄR-Anleger: POET ist ohnehin eine ziemlich kleine, sehr spekulative Aktie mit einem Börsenwert, der zuletzt gerade mal an der Milliarden-Dollar-Marke lag und war keine Empfehlung. Der heutige Abverkauf bestätigt, dass man solche Aktien nicht im Depot braucht, um vom Boom im Chip-Sektor zu profitieren. Mehr dazu in der Titelstory der aktuellen Ausgabe von DER AKTIONÄR (18/2026, „Chip Chip, hurra!“).

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