Die Angst vor einem Einstieg von SpaceX lähmt die US-Telekombranche bereits seit Monaten. Vor allem T-Mobile US leidet unter den neuen Wachstumssorgen und zieht die Mutter Deutsche Telekom mit nach unten. Am Mittwoch verlieren beide Aktien nun erneut an Boden, nachdem der US-Wettbewerber AT&T mit Zahlen enttäuscht hat.
Die AT&T-Aktie verliert an der Wall Street am Mittwoch rund sechs Prozent. Der Konzern hat im dritten Quartal mit einem Umsatzplus von 5,3 Prozent zum Vorjahr auf 32,3 Milliarden Dollar und einem Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie von 0,54 auf 0,65 Dollar überzeugt. Analysten hatten lediglich 31,7 Milliarden Dollar und 0,60 Dollar erwartet. Auch der Free Cashflow lag mit 5,0 Milliarden Dollar leicht über dem Konsens von 4,94 Milliarden Dollar.
Für das Gesamtjahr hob AT&T die Gewinnprognose angesichts des starken dritten Quartals an. 2,40 Dollar soll der bereinigte Gewinn je Aktie betragen – bislang standen nur 2,25 bis 2,35 Dollar auf dem Zettel, die Analysten rechnen mit 2,34 Dollar. Der Free Cashflow soll dagegen weiterhin bei „mehr als 18 Milliarden Dollar“ liegen.
Dass die Aktie trotz dieser Zahlen unter Druck steht, liegt an der Entwicklung bei den Mobilfunkkunden. Im dritten Quartal kamen bei AT&T 379.000 Vertragskunden hinzu. Hier lagen die Schätzungen am Markt bei 387.410 Neukunden. Gerade die Entwicklung bei den Kundenzahlen ist in der US-Telekombranche die entscheidende Kennziffer – auch jetzt schon im Hinblick auf den möglicherweise zunehmenden Wettbewerb durch SpaceX.
Die Lage in der Branche bleibt schwierig. An der Börse kommt Ungewissheit nie gut an, das lastet auf den Aktien. Die Zahlen von AT&T sind grundsätzlich nicht so schlecht. Doch die Neukundenentwicklung wird auch weiterhin im Fokus bleiben – und das drückt auf die Stimmung. T-Mobile und die Telekom geraten in Sippenhaft. Ein Neueinstieg drängt sich aktuell nicht auf. Bei der Deutschen Telekom beachten investierte Anleger den Stopp bei 23,00 Euro.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Deutsche Telekom, AT&T.
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