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15.10.2020 Andreas Deutsch

Apple: Wie kann ein Analyst nur so penetrant falsch liegen?

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Apple

Alle lieben Apple. Kunden, Anleger, Wall-Street-Experten. Nur einer gibt den Dauernörgler: Rod Hall, Analyst bei Goldman Sachs. Hall covert Apple nun schon fast seit drei Jahren – in dieser Zeit empfahl er die Aktie nicht ein einziges Mal zum Kauf. Zum Glück haben viele Börsianer nicht auf seine Ratschläge gehört.

In dieser Woche hat er es wieder getan. Er hat Apple zum Verkauf empfohlen. Zum neunten Mal in diesem Jahr. Davor lautete seine Einschätzung die ganze Zeit „Neutral“.

Pessimistisch klingt Halls neuestes Apple-Update aber keineswegs: Die iPhone-Vorstellung des US-Technologiekonzerns habe zwar einige Überraschungen enthalten, so der Goldmann. Das hätte aber für seine Schätzungen keine Bedeutung gehabt.

Sein Kursziel: 80 Dollar. Rückschlagspotenzial: 34 Prozent.

Der Fall Hall hat sich längst rumgesprochen. Im Internet gibt es reichlich Spott. MacDailyNews nennt den Analysten „einfach schlecht“: „2019 hat Hall ernsthaft gefragt, ob irgendjemand ein 5G-iPhone kaufen wird, da 5G den Nutzern nicht viel bringen würde. Wie mies ist das denn, bitteschön?“

Hall ficht das nicht an. Er bleibt stur, was Apple angeht. „Wir glauben nicht, dass Services und Wearables das Potenzial haben, um Apple auf Wachstumskurs zu bringen“, meint Hall. „Damit wir bullish für die Aktie werden, müsste der Konzern mal die Schätzungen für Umsatz und EBIT übertreffen.“

Die Börse sieht das hingegen völlig anders. Seit Halls erster Analyse im Februar 2018 hat der Apple-Kurs um exakt 195 Prozent zugelegt. Der marktbreite S&P 500 kam in diesem Zeitraum nur auf ein Plus von 29 Prozent.

Trotzdem hält Goldman an Hall fest und lässt ihn weiterhin seine Urteile über Apple fällen. Bei anderen Werten, die Hall covert, läuft es schließlich besser, sodass Tipranks, ein Bewertungsportal für Analysten, ihm drei von fünf Sternen gibt. Allerdings liegt die durchschnittliche Performance von Halls Empfehlungen bei gerade einmal 2,3 Prozent. Im Tipranks-Ranking bedeutet das Platz 2.783 von 7.016 gecoverten Analysten.

Apple (WKN: 865985)

Jeder hat schon einmal falsch gelegen an der Börse. Schlecht ist nur, stur an seiner Meinung festzuhalten und sich bewusst gegen den Markt zu stemmen, wie es Rod Hall seit Jahren tut. DER AKTIONÄR jedenfalls liegt mit Apple (empfohlen im März 2016) mit 340 Prozent im Plus. Wir bleiben optimistisch: Da geht noch mehr. 

 

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:

 

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Apple. 


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