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Warsh‑Rede: Chance auf Oktober‑Zinserhöhung jetzt nur 15 Prozent

Warsh‑Rede: Chance auf Oktober‑Zinserhöhung jetzt nur 15 Prozent
Foto: Sipa USA/picture alliance/dpa
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Ingo Nix Heute, 11:15 ‧ Ingo Nix
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Fed-Chef Kevin Warsh hat am Freitag in Bangkok die Zinssorgen an den Börsen gedämpft. Bei der Jahrestagung von IWF und Weltbank sprach er von einer „enormen Investitionswelle“ rund um Künstliche Intelligenz und verweigerte jeden Hinweis auf die nächste Zinsentscheidung. Laut FedWatch-Tool der Terminbörse CME sank die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung schon im Oktober daraufhin von 28 auf 15 Prozent. 

Fed-Zinsen: Kommt die nächste Erhöhung erst im Dezember?

Warsh lehnt Vorab-Signale ab, das sei ein neues Kapitel bei der Fed. Genau diese Verweigerung lesen Volkswirte als Signal: Goldman Sachs erwartet nach der Rede eine Pause am 28. Oktober und eine zweite und letzte Erhöhung im Dezember. Im September hatte die Fed den Leitzins erstmals seit dem Jahr 2023 angehoben, auf 3,75 bis 4,00 Prozent. Die Verbraucherpreise für September fielen am Mittwoch erneut höher aus als erwartet.

Die Erleichterung hat einen Haken. Warsh spricht von einer weltweit gleichzeitigen Straffung der Notenbanken, bei der es keine Trittbrettfahrer gebe. Teure Energie durch den Irankrieg und der KI-Boom treiben die Preise, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg Anfang Oktober zeitweise auf 5,36 Prozent. Warsh nimmt den Druck aus dem Oktober, nicht aus dem Zinszyklus.

Der nächste Test folgt am Nachmittag. Um 14:30 Uhr kommen die US-Import- und Exportpreise für September, erwartet sind plus 0,8 und plus 1,0 Prozent zum Vormonat. Auf Jahressicht zuletzt plus sieben und plus 8,6 Prozent. Um 15:15 Uhr folgt die Industrieproduktion, erwartet sind plus 0,4 Prozent nach einem Stillstand. Fallen Importpreise und Industrieproduktion heißer aus, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Oktober-Erhöhung schnell wieder.

Infront S&P 500 (WKN: A0AET0)

Der S&P 500 schloss am Donnerstag bei 7.744 Punkten und liegt damit 1,28 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 7.845 Punkten. Diese Marke ist zugleich Rekordhoch und nächster Widerstand. Unterstützung bietet die 50-Tage-Linie bei rund 7.707 Punkten: Am Donnerstag rutschte der Index im Handelsverlauf bis 7.670 Punkte darunter und drehte wieder. Der übergeordnete Aufwärtstrend ist intakt. Schließt der S&P 500 unter 7.670 Punkten, ist der Rückschlag nach den Inflationsdaten noch nicht verdaut.

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