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Wall Street: Die frischen Zahlen sind da – mit Einordnung

Wall Street: Die frischen Zahlen sind da – mit Einordnung
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Ingo Nix Heute, 14:43 ‧ Ingo Nix
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Das Census Bureau hat am Freitagnachmittag die Auftragseingänge für langlebige Güter im August veröffentlicht. Die Bestellungen stagnierten gegenüber dem Vormonat und fielen damit besser aus als erwartet: Volkswirte hatten mit einem Minus von 0,4 Prozent gerechnet. Im Juli hatten die Aufträge noch um 1,1 Prozent zugelegt. Ohne den schwankungsanfälligen Transportbereich stiegen die Bestellungen nur um 0,3 Prozent, erwartet war ein Plus von 0,6 Prozent. Kräftig zulegen konnten dagegen die Kerninvestitionen mit 1,6 Prozent. 

  • Auftragseingänge August: 0,0 Prozent zum Vormonat – besser als die erwarteten minus 0,4 Prozent.
  • Ohne Transport: plus 0,3 Prozent nach plus 0,4 Prozent im Juli – nur halb so viel wie die erwarteten 0,6 Prozent.
  • Kerninvestitionen: plus 1,6 Prozent bei zivilen Investitionsgütern ohne Flugzeuge, mehr als das Dreifache der Prognose von 0,5 Prozent.

Dass die Gesamtzahl nicht ins Minus rutschte, überrascht: Boeing verbuchte im August nur 15 Bruttobestellungen und damit rund 60 Prozent weniger als im Juli. Der Transportbereich gab insgesamt nach, ohne Rüstungsgüter lagen die Aufträge 0,1 Prozent im Plus. Das eigentliche Signal kommt aus den Kerninvestitionen: Die Bestellungen ziviler Investitionsgüter ohne Flugzeuge sprangen um 1,6 Prozent, nachdem sie im Juli nahezu stagniert hatten. Die Aufträge ohne Transport blieben mit plus 0,3 Prozent dagegen hinter den Erwartungen zurück – außerhalb der Investitionsgüter lief das Geschäft also schwächer.

Darum sind die Auftragseingänge langlebiger Güter für die Kursentwicklung wichtig

Die Bestellungen laufen der Produktion voraus und gelten als Frühindikator für die Industrie. Weil einzelne Boeing-Großaufträge die Gesamtzahl um mehrere Prozentpunkte verschieben, zählen vor allem die Kerninvestitionen – der beste monatliche Näherungswert für die Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen. Bei Renditen auf dem höchsten Stand seit 2007 lesen Anleger starke Daten zudem als Argument für weitere Zinserhöhungen.

Zuletzt schwankten die Aufträge stark: Im April trieben Flugzeugbestellungen sie um rund acht Prozent nach oben, im Mai folgte ein Minus von vier Prozent, danach plus 0,6 Prozent im Juni und plus 1,1 Prozent im Juli. Getragen wird der Trend vom Investitionsboom rund um Rechenzentren – die Bestellungen für Kommunikationstechnik lagen bis Juli 35 Prozent über Vorjahr.

Wichtig zu wissen

Unter dem Strich liefert der Bericht mehr Licht als Schatten. Entscheidend ist der Sprung bei den Kerninvestitionen: Der Investitionszyklus rund um Rechenzentren und Ausrüstung läuft weiter – das stützt Industrie- und Ausrüsterwerte. Für die Fed ist das allerdings kein Signal zur Entwarnung. Sie hat den Leitzins am 16. September auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben, robuste Investitionen sprechen eher für einen weiteren Schritt. Nächste Termine: Am 2. Oktober folgt der vollständige Bericht mit revidierten Werten, am 28. Oktober der nächste Zinsentscheid.

Infront S&P 500 (WKN: A0AET0)

Nach der Veröffentlichung der Daten tendierten die US-Futures fast unverändert: Die Kontrakte auf den Dow Jones lagen 0,4 Prozent im Plus, auf den S&P 500 plus 0,3 Prozent und der Nasdaq 100 stieg rund 0,5 Prozent. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei 5,19 Prozent. Die Ölsorte WTI verbilligte sich auf 92,8 Dollar je Barrel. 

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