Die Woche in drei Sätzen
Die Demokraten haben die Mehrheit im Kongress gewonnen, der Ölpreis ist eingebrochen und KI-Werte stehen unter Druck – Satz zum Arbeitsmarktbericht vom Freitag und zum Wochenschluss einsetzen. Am Dienstag folgt mit den US-Verbraucherpreisen für Oktober der Bericht, der am stärksten über eine Fed-Anhebung im Dezember mitentscheidet. Im DAX verdichtet sich die Woche auf Infineon am Dienstag, Siemens Energy am Mittwoch und den Donnerstag, an dem Siemens, Allianz, Munich Re und Merck binnen einer Stunde berichten.
Deutschland und Europa
Infineon legt am Dienstag um 07:30 Uhr die Jahreszahlen vor. Der Konzern hatte im August das Umsatzziel auf rund 16,3 Milliarden Euro angehoben, für das vierte Quartal stellte er rund 4,7 Milliarden Euro bei einer Segmentergebnis-Marge von etwa 23 Prozent in Aussicht. Entscheidend ist der erste Ausblick auf das Geschäftsjahr 2027. Henkel liefert am selben Morgen die Details nach: Die Prognose für das organische Wachstum steigt auf drei bis vier Prozent, offen ist, wie viel davon bei der Marge ankommt.
Am Mittwoch berichtet Siemens Energy über das abgelaufene Geschäftsjahr, das Ziel für die Marge vor Sondereffekten liegt bei zehn bis zwölf Prozent mit Tendenz zum oberen Ende. RWE strebt ein bereinigtes EBITDA von 5,75 bis 6,35 Milliarden Euro an. Am Donnerstag peilt Siemens ein Ergebnis je Aktie vor Kaufpreisallokation von 11,2 bis 11,5 Euro an und gibt den Ausblick auf das Geschäftsjahr 2027. Die Allianz hält an 17,4 Milliarden Euro operativem Ergebnis fest, plus/minus eine Milliarde Euro. Munich Re hat vorläufig rund 1,7 Milliarden Euro Quartalsgewinn gemeldet und das Jahresziel auf 6,6 Milliarden Euro angehoben. Merck KGaA erwartet ein EBITDA pre von 5,9 bis 6,3 Milliarden Euro.
USA
Die Berichtssaison an der Wall Street läuft aus, im Fokus steht die KI-Infrastruktur. CoreWeave legt am Dienstag nach US-Börsenschluss vor, die Telefonkonferenz beginnt um 23:00 Uhr. Das Unternehmen hat das Umsatzziel für 2026 auf 12,4 bis 13,2 Milliarden Dollar angehoben. Am Donnerstagabend folgen Cisco und Applied Materials, beide mit Telefonkonferenz um 22:30 Uhr. Cisco hat für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 18 bis 18,2 Milliarden Dollar angekündigt, für Applied Materials rechnen Analysten im Schnitt mit rund 10,3 Milliarden Dollar. Hinweis: Am Mittwoch bleibt der US-Anleihemarkt wegen des Veterans Day geschlossen, die Aktienbörsen handeln normal.
Die wichtigsten IR-Termine auf einen Blick
Am Montag um 10:00 Uhr stellt die Deutsche Telekom in München ihre Pläne zur KI-Infrastruktur für Deutschland und Europa vor, mit Siemens-Chef Roland Busch, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, Digitalminister Karsten Wildberger und Ministerpräsident Markus Söder. Am Dienstag hält Hensoldt den Kapitalmarkttag ab, am Donnerstag folgen Brenntag, DocMorris, ACS und Kraft Heinz sowie ein Analystentag von AKTIONÄR-Depotwert Moderna.
Konjunktur
In Deutschland veröffentlicht das Statistische Bundesamt am Mittwoch die endgültige Inflationsrate für Oktober, vorläufig lag sie bei 2,8 Prozent nach 3,3 Prozent im September. In der Eurozone veröffentlicht Eurostat am Freitag die zweite Schätzung zum Wachstum im dritten Quartal, die Schnellschätzung lag bei plus 0,4 Prozent. Großbritannien meldet am Donnerstag das Wachstum im dritten Quartal, kurz nach der Zinsanhebung der Bank of England. In den USA kommen am Dienstag die Verbraucherpreise und am Freitag die Erzeugerpreise. In Asien zeigen am Montag die chinesischen Verbraucher- und Erzeugerpreise, wie stark der Preisdruck in der zweitgrößten Volkswirtschaft ist.
US-Inflation: Hält der Oktober die Fed auf Anhebungskurs?
Im September stiegen die US-Verbraucherpreise um 3,7 Prozent zum Vorjahr, nach 3,4 Prozent im August. Zum Vormonat legten sie um 0,6 Prozent zu, die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel um 0,3 Prozent. Benzin trieb mehr als die Hälfte des Monatsanstiegs. Die Fed hat die Leitzinsspanne Ende Oktober bei 3,75 bis vier Prozent gehalten, die nächste Sitzung folgt am 8. und 9. Dezember. Der Oktober-Bericht ist einer von zwei Preisberichten bis dahin. Für Entlastung spricht der Ölpreis, der in dieser Woche kräftig gefallen ist – er wirkt allerdings erst in den Novemberzahlen voll. Bleibt die Kernrate bei 0,3 Prozent oder darüber, dürfte die Dezember-Anhebung eingepreist bleiben.
Siemens-Zahlen: Was bringt der DAX-Donnerstag am 12. November?
In diesem Geschäftsjahr hat Siemens das Ziel für das Ergebnis je Aktie bereits zweimal angehoben, zuletzt im August auf 11,2 bis 11,5 Euro. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, die weitere Kursentwicklung hängt jedoch maßgeblich am Ausblick auf das Geschäftsjahr 2027 und am Digitalgeschäft. Die Allianz muss zeigen, ob sie Kurs auf die obere Hälfte ihrer Spanne nimmt. Bei Munich Re sind die Eckdaten bereits draußen, interessant wird die Großschadenquote. Merck KGaA liefert mit dem Elektronikgeschäft den Gradmesser, wie viel KI-Nachfrage in Darmstadt ankommt. Vier Schwergewichte an einem Morgen können den DAX allein bewegen.
Die fünf wichtigsten Termine der Woche
Rang 1 gehört den US-Verbraucherpreisen am Dienstag, Rang 2 dem DAX-Donnerstag mit Siemens, Allianz, Munich Re und Merck, Rang 3 Infineon am Dienstagmorgen. Dahinter folgen Cisco und Applied Materials am Donnerstagabend sowie Siemens Energy, RWE und E.on am Mittwoch.
Der DAX beendete die Woche mit einem Minus von 1,92 Prozent bei 25.820 Punkten, der S&P 500 mit einem Plus von 0,31 Prozent bei 7.376 Punkten. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei 4,85 Prozent. Eine Fed-Anhebung im Dezember preist der Terminmarkt laut CME FedWatch mit rund 76 Prozent ein. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 97,74 Dollar.
Ansonsten sorgte der spanische Baukonzern Grupo ACS für Schlagzeilen. Das Unternehmen dementierte am Wochenende Berichte, wonach es eine Komplettübernahme von Hochtief anstrebe. Dies könnte die Hochtief-Aktie zum Start der neuen Handelswoche belasten.
Der wichtigste Termin für die Wall Street sind die Verbraucherpreise am Dienstag, für den DAX der Donnerstag mit Siemens, Allianz, Munich Re und Merck.
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