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02.10.2020 Nikolas Kessler

DAX & Co: Anleger sorgen sich um Trump – ThyssenKrupp und Bayer schwach, Hochtief mit Kurssprung

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DAX

Die Infektion von Donald Trump mit dem Coronavirus hat am Freitag die Anleger verunsichert. Weniger als fünf Wochen vor der Wahl muss der 74-jährige US-Präsident nun seine Amtsgeschäfte in Quarantäne führen - und Wahlkampfauftritte auf Eis legen. Am deutschen Aktienmarkt wie auch international ging es bergab, wenn auch in Frankfurt am Ende nur mäßig.

Der DAX konnte sein Minus von zeitweise bis zu 1,5 Prozent in den letzten Handelsstunden deutlich reduzieren und ging noch 0,33 Prozent tiefer bei 12.689 Punkten über die Ziellinie. Trotz vier Verlusttagen in Folge konnte er dank eines starken Montags ein Wochenplus von 1,8 Prozent einfahren. Für den MDAX der mittelgroßen Werte ging es am Freitag um 0,36 Prozent auf 27.249 Zähler bergab. Der TecDAX verlor 1,1 Prozent auf 3.079 Punkte.

Größter Gewinner im DAX war die Aktie von Covestro mit einem Plus von 2,2 Prozent, gefolgt von den Energieversorgern RWE und E.on mit 1,9 beziehungsweise 1,7 Prozent. Schlusslicht im DAX war erneut Bayer mit einem Minus von 3,0 Prozent. Die Papiere von Infineon kam nach dem Kurssprung am Donnerstag um gute zwei Prozent zurück, während MTU rund 1,8 Prozent verloren.

Im MDAX stach die Aktie von Hochtief mit einem Kurssprung von 13,1 Prozent positiv hervor. Der französische Konkurrent Vinci will offenbar eine Sparte des spanischen Hochtief-Großaktionärs ACS übernehmen. Schlusslicht war ThyssenKrupp mit einem Minus von 5,6 Prozent. Dort ziehen sich die Verhandlungen über die Zukunft der Stahlsparte in die Länge.

DAX (WKN: 846900)

Trump-Erkrankung sorgt für Unsicherheit

Ob die Infektion die Wahlchancen des US-Präsidenten beeinflussen wird, ist derzeit nach Ansicht des Helaba-Experten Christian Apelt noch schwer einzuschätzen. „Vor allem ist die Erkrankung ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor“, sagte der Experte. Anleger bevorzugten daher Anlagemöglichkeiten mit weniger Risiko. Auch die US-Arbeitsmarktdaten konnten sie bei Aktien nicht zum Zugreifen ermutigen.

In den USA mehren sich aber bereits die Analystenstimmen, die den heutigen Abverkauf wegen der Corona-Infektion von Präsident Trump für übertrieben halten.

Mit Material von dpa-AFX.

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