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13.02.2021 Markus Hechler

Neue Serie: Rohstoffe einfach erklärt - heute: Weizen-Future

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BVT Knock-Out Weizen Future 03/2021 (CBOT) USD

Angeblich reichen die ersten Weizenkulturen 11.000 Jahre zurück und die Felder wurden in der südöstlichen Türkei angebaut. Weizen wird nicht nur zur Essensproduktion verwendet, sondern findet sich auch in vielen anderen Industrieprodukten wieder. Die Vorläufer der heutigen Getreidearten fanden im Zuge der Völkerwanderungen circa 2.000 v. Chr. ihren Weg nach Europa.

Lagerfähigkeit entscheidend

Wichtig war die lange Lagerfähigkeit des Rohstoffes, die es den Menschen ermöglichte, durch den Winter zu kommen. Erst im 11. Jahrhundert, als das Weißbrot in Mode kam, etablierte sich Weizen. Die systematische Weizenzüchtung begann im 19. Jahrhundert. Gezielt wurden verschiedene Weizensorten gekreuzt und so neue Arten geschaffen. Auch die Anforderungen haben sich im Laufe der Jahrhunderte verändert. Heute steht die Zucht von langhalmigen Weizensorten im Vordergrund, da das Stroh sowohl als Tierfutter als auch als Isoliermaterial genutzt werden kann.

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Kursverlauf des Weizen-Futures auf Tagesbasis

Verwendung und Marktteilnehmer

Die Hauptverwendung für Weizen ist die Herstellung von Mehl, aus dem wiederum Brot, Nudeln und andere Lebensmittel produziert werden. Weizen wird auch in der Industrie für die Herstellung von Stärkemitteln und Klebstoffen verwendet, ein weiteres Nebenprodukt ist Viehfutter. 2018/19 lag die weltweite Produktion von Weizen bei rund 734 Millionen metrischen Tonnen Weizen. Das entspricht einem Wachstum von 24 Prozent seit 1990/91.

Der größte Produzent weltweit war 2018/19 die Europäische Union mit 136 Millionen Tonnen, gefolgt von China und Indien mit 129 Millionen und 99 Millionen Tonnen. Weltweit waren 2018/19 rund 265 Millionen Tonnen gelagert. Der größte Exporteur ist Russland mit 35 Millionen Tonnen, auf Platz 2 finden sich die Vereinigten Staaten mit 26 Millionen Tonnen und auf Platz 3 die Europäische Union mit 23 Millionen Tonnen. Der größte Importeur ist China mit 125 Millionen Tonnen, gefolgt von der Europäischen Union und Indien mit 123 Millionen und 95 Millionen Tonnen.


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Weizen seit 1968

Die Preisentwicklung von Weizen seit 1968

Weizen notierte im Tief Ende der 60er Jahre bei 119,5 US-Cents und stieg die darauffolgenden viereinhalb Jahre bis auf 636 US-Cents. Im März 1974 markierte der Future seinen letzten Tiefststand bei 223 US-Cents, um dann nach einer mehr als zwanzigjährigen Seitwärtsphase im Sommer 1996 erneut an der 636 US-Cents Marke zu scheitern. Nach einer mehr als zweijährigen Bodenbildungsphase um die 240 US-Cents, wurde im Juni 2007 das alte Hoch gebrochen und der Weizen-Kontrakt verdoppelte sich in nur einem halben Jahr und stieg auf 1349 US-Cents pro Bushel. Nach dem Hoch im März 2008 kam es zu einer fast 70 prozentigen Korrektur auf 425,5 US-Cents im Jahr 2010, danach folgte eine zweijährige Erholung auf 947,25 US-Cents. Die Tiefstände von 2010 wurden noch einmal 2016 mit Kursen unter 400 US-Cents kurz unterschritten, seitdem befindet sich der Weizen-Future in einem leichten Aufwärtstrend.

Extrembeispiel im Handel mit Weizen

Im Februar 2008 verspekulierte sich ein Mitarbeiter des amerikanischen Futures Brokers MF Global im Weizen-Future und verlor über 100 Millionen US-Dollar. Der passionierte Glückspieler Evan Dooley setzte in einem haussierenden Weizenmarkt auf fallende Kurse und verzockte 141 Millionen US-Dollar an einem Tag und wurde zu einer Gefängnisstrafe von acht Jahren verurteilt. MF Global bekam zusätzlich noch eine Strafe von der US-Aufsichtsbehörde von zehn Millionen US-Dollar wegen unzureichender Risikokontrollen aufgebrummt.

Legendär sind sicherlich auch die riesigen Positionen von Jesse Livermore, der in den 20er Jahren in Amerika mehrmals ein riesiges Vermögen anhäufte- und auch wieder alles verlor. Er spekulierte mit Mais- und Weizen-Futures und war einer der größten Privat-Trader in Amerika. Mit Short Positionen am Aktienmarkt verdiente er im Oktober 1929 mehr als 100 Millionen US-Dollar, was heute umgerechnet circa 1,4 Milliarden US-Dollar entsprechen würde. Jesse Livermore galt als „König der Spekulation“, verfügte aber nur sehr unzureichend über Money-Management-Kenntnisse, was ihm letztendlich zum Verhängnis wurde. Er war einer der reichsten Menschen der Welt, verstarb aber verarmt und verschuldet.

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Oft gestellte Fragen zum ALGOreport

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