Nachdem der Goldpreis zuletzt um die psychologisch wichtige Marke von 5.000 Dollar geschwankt hat, kam zuletzt stärker Druck auf. Bis zum Mittwochmittag gab der Goldpreis bis auf 4.955 Dollar ab. Belastet wird das Edelmetall derzeit vor allem von zwei Faktoren: einem festeren US-Dollar und gedämpften Erwartungen an baldige Zinssenkungen in den USA.
Trotz der angespannten Lage im Nahen Osten bleibt die typische Flucht in den „sicheren Hafen“ Gold bislang aus. Zwar hatte der Preis zu Beginn der Angriffe von USA und Israel auf den Iran Ende Februar kurzzeitig bis auf knapp 5.420 Dollar zugelegt, doch seither steht das Edelmetall wieder deutlich unter Druck.
Auch aus Analystensicht zeigt sich Gold überraschend schwach. Commerzbank-Experte Carsten Fritsch verweist insbesondere auf die Stärke des Dollar: Da Gold weltweit in der US-Währung gehandelt wird, verteuert ein steigender Greenback das Edelmetall und dämpft so die Nachfrage.
Zusätzlich hat sich das Zinsumfeld verschoben. Angesichts höherer Inflationserwartungen – unter anderem durch gestiegene Ölpreise – rechnen die Märkte inzwischen nur noch mit einer Zinssenkung der US-Notenbank Fed in diesem Jahr. Vor Ausbruch des Iran-Konflikts waren noch zwei Schritte erwartet worden. Höhere Zinsen erhöhen die Attraktivität von zinstragenden Anlagen wie Anleihen – und setzen Gold damit zusätzlich unter Druck.
Mit Spannung wird deswegen der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am heutigen Abend erwartet. Zwar dürften die Zinsen unverändert bleiben, Hinweise auf die zukünftige Entwicklung könnten jedoch wichtig sein.
Zuletzt gab es zudem Gerüchte, dass der Iran derzeit möglicherweise Goldreserven liquidieren muss, was zudem den Preis kurzfristig belastet.
Charttechnisch ist es wichtig, dass das Februar-Zwischentief bei 4.850 Dollar nicht unterschritten wird. Eine schnelle Rückeroberung der 5.000-Dollar-Marke würde das Bild zudem wieder aufhellen. DER AKTIONÄR geht kurzfristig weiter von einer volatilen Entwicklung aus. An den langfristig starken Aussichten ändert dies aber nichts. Größere Rücksetzer am Goldmarkt sind Kaufchancen. Mehr Infos zu den Edelmetallmärkten gibt es bei Goldfolio – dem Börsendienst für Gold- und Silberaktien.
Heute, 12:42