Chinaknaller zündet am 22.10.20 - jetzt Kursfeuerwerk sichern!
28.09.2020 Nikolas Kessler

Wirecard: Bald ist alles weg…

-%
Wirecard

Bei Zerschlagung und Verwertung von Wirecard hat Insolvenzverwalter Michael Jaffé am Montag einen weiteren Erfolg gemeldet: den Verkauf von Wirecard Romania. Weitere Wirecard-Töchter in Asien könnten ebenfalls in Kürze den Besitzer wechseln. Zum Verkauf des Kerngeschäfts in Deutschland gibt es allerdings noch keine Entscheidung.

Laut einem Bericht des Handelsblatts gehen die Anteile an der rumänischen Wirecard-Tochter, die bislang von der Wirecard Sales International Holding gehalten wurden, an den portugiesischen Zahlungsabwickler SIBS. Der Verkauf sei demnach am Montag bereits vollzogen und über den Preis Stillschweigen vereinbart worden. Käufer SIBS kündigte an, den Betrieb nahtlos weiterführen zu wollen.

Für weitere Auslandstöchter von Wirecard gebe es laut Jaffé ebenfalls erhebliches Interesse. Für die PT Prima Vista Solusi und die PT Wirecard Technologies Indonesia mit Sitz in Jakarta sowie für die vietnamesische Wirecard Company Limited sei man in einem fortgeschrittenen Verkaufsprozess, heißt es in dem Bericht. Bereits in der Vorwoche war die Österreich-Tochter Wirecard Central Eastern Europe GmbH für rund vier Millionen Euro an den Finanzinvestor Aurin verkauft worden (DER AKTIONÄR berichtete).

Kerngeschäft unter dem Hammer

Beim Verkauf der Wirecard Bank und daran angegliederten Unternehmensteilen in Deutschland gibt es indes offenbar noch keinen Durchbruch. Laut Medienberichten seien der Bieterprozess um das Filetstück des Zahlungsabwicklers in der finalen Phase. der italienische der Informationstechnikanbieter SIA, die spanische Großbank Santander und der britische Telekomkonzern Lycamobile sollen demnach noch im Rennen sein.

Wirecard (WKN: 747206)

Die Verkäufe des Auslandsgeschäfts haben bislang kaum Auswirkungen auf den Kurs der Wirecard-Aktie. Je nach Höhe des Erlöses kann der Verkauf des Kerngeschäfts womöglich noch einmal für eine Reaktion der Aktie sorgen. Darauf spekulieren sollten aber allenfalls Trader. Langfristig orientierte Anleger finden im boomenden Payment-Sektor bessere Alternativen.

Buchtipp: Die Geschichte der Spekulationsblasen

Eigentlich sind wir alle ziemlich schlau. Nur das mit dem Geld klappt nicht so recht … und manchmal geht es sogar richtig schief. Doch warum nur? Mit „Die Geschichte der Spekulationsblasen“ macht sich John Kenneth Galbraith, einer der ganz großen Ökonomen des 20. Jahrhunderts, auf die Suche nach der Antwort. Und er sucht an den richtigen Stellen – den Finanz­katas­trophen der letzten vier Jahrhunderte: der Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts, der Südseeblase im 18. Jahrhundert, den Hochrisiko-Anleihen im 20. Jahrhundert. Mit Geist und Witz erklärt Gal­braith die psychologischen Mechanismen hinter diesen Blasen … damit der Leser sie durchschaut und sich dagegen wappnen kann. Dieses Meisterwerk zum Thema Finanzpsychologie war vergriffen und wird nun im Börsenbuchverlag wieder aufgelegt.

Autoren: Galbraith, John Kenneth
Seitenanzahl: 128
Erscheinungstermin: 19.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-677-6