Frühjahrsputz – neue Top-Titel für das AKTIONÄR-Depot
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06.11.2021 Andreas Deutsch

KOMMENTAR: Börsen auf Rekordhoch – und Buffett weiß nicht, was er kaufen soll

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Berkshire Hathaway

Berkshire Hathaway hat auch im dritten Quartal den Gewinn zweistellig gesteigert. Der Grund: Das Eisenbahn-, Versorgungs- und Energiegeschäft des Konglomerats erholt sich stark von der Pandemie. Trotzdem hat die Bilanz, die Warren Buffetts Unternehmen am Samstag vorgelegt hat, einen Schönheitsfehler.

Stellen Sie sich vor, die Aktienkurse steigen und steigen und der Fondsmanager Ihres Vertrauens oder Sie selbst sitzen auf einem riesigen Berg Bargeld. Genauso ergeht es aktuell den Aktionären von Berkshire Hathaway. Deren CEO Warren Buffett hat 149 Milliarden Dollar Cash aufgehäuft – so viel wie nie zuvor. Und das, obwohl Buffett in Q3 eigene Aktien im Wert von 7,6 Milliarden gekauft hat.

149 Milliarden Dollar Cash! Man möchte Buffett Otto Rehhagels Spruch zurufen: Geld schießt keine Tore – Cash bringt keine Rendite.

Klar, kann man sagen, Buffett ist der Inbegriff des Valueinvestors und die Unternehmen sind ihm einfach zu hoch bewertet. Doch das hat der Meister vor einiger Zeit selbst widerlegt, als er plötzlich Aktien von Amazon gekauft hat, die bestimmt nicht Value sind.

Was ist Buffetts Intention? Spekuliert er auf den großen Crash, um dann zuzugreifen? Darauf kann er wahrscheinlich lange warten, denn die Aktienmärkte sind dermaßen vollgepumpt mit Geld, so dass die Hausse automatisch  die Hausse nährt.

Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2)

Buffett wird nächstes Jahr 92 Jahre alt, sein Kompagnon Charlie Munger 98. Angesichts der Passivität, die schon eine Weile andauert, wachsen die Zweifel, ob die beiden den nächsten großen Deal noch wirklich wollen. Bleibt zu hoffen, dass Greg Abel, CEO von Berkshire Hathaway Energy und Buffetts designierter Nachfolger, mehr Lust auf Wachstum hat.
Tipp des AKTIONÄR: Kaufen, Hausse nutzen, Gewinne einfahren.

Etliche Top-Empfehlungen für die Jahresendrally erhalten Sie in der neuen Ausgabe: erhältlich im Zeitschriftenhandel oder direkt hier.

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Buchtipp: University of Berkshire Hathaway

Wenn Warren Buffett und Charlie Munger zur Berkshire-Hathaway-Hauptversammlung bitten, hört die gesamte Finanzwelt gebannt zu. Zehntausende pilgern zu dem jährlich stattfindenden Happening. Dort erklären Buffett und Munger ihre Investmententscheidungen, äußern sich zur weltwirtschaftlichen Lage und geben intime Einblicke in ein Denken, das Buffett zum größten Investor aller Zeiten gemacht hat. Daniel Pecaut und Corey Wrenn haben quasi stellvertretend für ihre Leser regelmäßig die Aktionärstreffen beim „Orakel von Omaha“ besucht und mitgeschrieben. „University of Berkshire Hathaway“ ist das Skript von 20 Jahren Omaha. Die Autoren zitieren die wichtigsten Aussagen der Investment-Gurus, ordnen ein und erklären Hintergründe. Ein geniales „Tagebuch“ für alle Buffett- und Munger-Fans und ein unverzichtbarer Ratgeber für alle Value-Investoren.
University of Berkshire Hathaway

Autoren: Pecaut, Daniel Wrenn, Corey
Seitenanzahl: 384
Erscheinungstermin: 04.07.2019
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-618-9