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03.12.2020 Andreas Deutsch

Amazon: So soll die Wachstumssparte weiter Vollgas geben

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Amazon.com

Amazon – das ist für viele hauptsächlich E-Commerce. Doch der US-Konzern hat noch viel mehr zu bieten, zum Beispiel AWS. Die Cloudsparte ist die Nummer 1 der Branche und wächst seit Jahren stark. 2019 steuerte die Sparte 63 Prozent zum operativen Gewinn bei. Nun wird AWS den alten Grundsätzen untreu.

Statt reiner Online-Dienste verkauft Amazon in Zukunft nicht nur zusätzlich Hardware an die Kunden verkauft, sondern auch Software, die diese in ihren eigenen Rechenzentren betreiben können. Damit haben sie dann die gleiche Software bei sich im Unternehmen, die sie in der Cloud hätten mieten können und sollen.

AWS-Chef Andy Jassy präsentierte am Dienstag zwei wichtige Offline-Dienste, "ECS Anywhere" und "EKS Anywhere". Mit den neuen Diensten lassen sich nun Anwendungen für Cloud und Rechenzentrum gleichzeitig verwalten und betreiben.

„AWS wird immer mehr zu einem klassischen IT-Anbieter wie IBM, Oracle oder HP-Enterprise", so Analyst Holger Müller von Constellation. IBM, Google und Microsoft haben sich frühzeitig auf eine neue „Multicloud-" und "Hybridcloud"-Welt ausgerichtet. Hier verteilt ein Kunde seine gesamte IT auf die Dienste vieler Cloudanbieter.

AWS wollte diesen Schritt zuerst nicht gehen, um die Kunden für sich allein zu haben. Da aber vor allem IBM mit dem Konzept erfolgreich war, musste Jassy handeln.

Die Cloud soll lernen

Neue Umsatzimpulse soll es auch durch zusätzliche Angebote für das Maschinenlernen geben, das nicht nur schneller, sondern auch deutlich billiger werden soll. Geplant ist, dass die Cloud sehen und fühlen lernt und etwa bei der Qualitätsprüfung von Geräten in Fabriken eingesetzt wird.

Daneben soll es Contact-Center geben, komplette Call-Center in der Cloud, die per künstlicher Intelligenz selbständig lernen, während sie mit dem Kunden reden.

„AWS will deutlich erkennbar in Zukunft auch ohne die Cloud im Softwarebereich wachsen", so Analyst Müller. Das hätte einen angenehmen Nebeneffekt der Kundenbindung: Während der eigentliche nackte Cloudservice, Speicher und Rechenleistung im Internet, austauschbar ist, wird ein Wechsel zur Konkurrenz immer aufwändiger, je mehr Zusatzdienste eines Anbieters eingebaut werden. Die sind nicht so einfach durch Modelle der Konkurrenz ersetzbar.

Amazon.com (WKN: 906866)

Der Vorstoß bei AWS schafft die Basis für weiter starkes Wachstum – und verleiht der Aktie neue Kursfantasie. Kursziel des AKTIONÄR: 3.600 Euro.  

(Mit Material von dpa-AFX) 


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