Die Amazon-Aktie hat am Montag kräftig zugelegt. Den Rückenwind dafür gab Morgan Stanley: Die US-Investmentbank hat den E-Commerce-Konzern zum Top-Pick ernannt und das Kursziel spürbar angehoben. In einem Marktumfeld, in dem sich Techaktien deutlich von den jüngsten Verlusten erholten, war dies Kraftfutter für die Bullen. DER AKTIONÄR verrät, wie viel Potenzial die Amazon-Aktie jetzt hat.
Morgan-Stanley-Analyst Brian Nowak traut der Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) deutlich mehr Wachstum zu, als der Markt bislang erwartet. Dank steigender Liefermengen bei Nvidia-Grafikprozessoren soll der Umsatz 2027 um 47 Prozent und 2028 um weitere 42 Prozent zulegen. AWS könnte damit die sogenannte „Rule of 90“ erreichen. Dabei summieren sich Umsatzwachstum und operative Marge auf mindestens 90 Prozent.
Im zweiten Quartal kam AWS auf ein Umsatzwachstum von 36,7 Prozent und eine operative Marge von 39,3 Prozent. Zusammen sind das 76 Punkte. Bis zur Zielmarke fehlen noch 14 Punkte. Gelingt der Sprung, könnte Amazon laut Nowak 2028 einen Gewinn je Aktie von 16,50 Dollar erreichen.
Langfristig hält der Analyst sogar eine Billion Dollar Jahresumsatz bei AWS für möglich. Aktuell liegt die annualisierte Umsatzrate bei rund 169 Milliarden Dollar. Weitere Chancen sieht Nowak in Amazons KI-Plattform Bedrock, einer möglichen Partnerschaft mit Meta im Onlinehandel und der Automatisierung der Logistik. Je zehn Prozent mehr Einheiten, die über automatisierte Logistikzentren abgewickelt werden, könnten die jährlichen Kosten um zwei bis vier Milliarden Dollar senken.
Kursziel angehoben
In der Folge bestätigte Nowak die „Overweight“-Einstufung und erhöhte der Kursziel gleichzeitig von 335 auf 350 Dollar. Ausgehend vom Freitagsschluss bei 250 Dollar entspricht das einem Potenzial von 40 Prozent. Nach dem gestrigen Kursanstieg sind es noch immer rund 33 Prozent.
Milliarden für KI-Datenzentren
Doch der Ausbau der KI-Infrastruktur kostet viel Geld. Die Investitionsausgaben für Sachanlagen stiegen binnen eines Jahres um 66,1 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow lag über die zwölf Monate bis Ende Juni bei minus 7,60 Milliarden Dollar. Entscheidend ist deshalb, ob AWS die hohen Investitionen in steigende Margen und Gewinne ummünzen kann.
Auch DER AKTIONÄR rät bei Amazon zum Kauf. Die Aktie, die auch Teil des AKTIONÄR-Depots ist, hat seit der Erstempfehlung um rund 35 Prozent zugelegt.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Aktien der Amazon befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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