30.11.2018 Nikolas Kessler

Wirecard geht die Puste aus – Wochenplus schmilzt

-%
Wirecard

Für die Aktie von Wirecard geht es am Freitagnachmittag um rund 2,5 Prozent bergab. Ein Großteil der zwischenzeitlichen Gewinne dieser Woche sind damit bereits wieder Geschichte. Die Analysten bleiben jedoch trotz der Korrektur und der anhaltenden Richtungssuche bei ihren ambitionierten Kurszielen für den DAX-Aufsteiger.

Hannes Leitner von der UBS hat seine Kaufempfehlung nach einem Investorentreffen bestätigt. Der auf Handelsunternehmen und Verbraucher ausgerichtete Ansatz mit Bezahllösungen sei einzigartig und werde die langfristigen Wachstumsambitionen des Zahlungsabwicklers stützen, so der Analyst. Mit seinem Kursziel von 220 Euro traut er dem DAX-Aufsteiger innerhalb der nächsten zwölf Monate satte 65 Prozent Kurspotenzial und neue Höchststände zu.

Noch etwas bullisher ist Heike Pauls von der Commerzbank, die bereits am Donnerstag ihr „Buy“-Rating mit einem fairen Wert von 230 Euro bekräftigt hatte.   

Alles umsonst?

Ungeachtet der positiven Analystenkommentare muss die Aktie am Freitag einen Teil ihrer Vortagesgewinne abgeben. Am Donnerstag hatte sie sich im freundlichen Gesamtmarkt spürbar erholen können und war bis auf 138,35 Euro nach oben geklettert. Durch den erneuten Rückschlag schmilzt das Wochenplus auf ein knappes Prozent zusammen.

Solange der Kurs auf Richtungssuche ist, drängt sich der Einstieg nach Einschätzung des AKTIONÄR nicht auf. Anleger sollten in jedem Fall die Trendwende im Chart abwarten – etwa durch einen nachhaltigen Sprung über die 200-Tage-Linie bei 143,30 Euro.

Buchtipp: Die Geschichte der Spekulationsblasen

Eigentlich sind wir alle ziemlich schlau. Nur das mit dem Geld klappt nicht so recht … und manchmal geht es sogar richtig schief. Doch warum nur? Mit „Die Geschichte der Spekulationsblasen“ macht sich John Kenneth Galbraith, einer der ganz großen Ökonomen des 20. Jahrhunderts, auf die Suche nach der Antwort. Und er sucht an den richtigen Stellen – den Finanz­katas­trophen der letzten vier Jahrhunderte: der Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts, der Südseeblase im 18. Jahrhundert, den Hochrisiko-Anleihen im 20. Jahrhundert. Mit Geist und Witz erklärt Gal­braith die psychologischen Mechanismen hinter diesen Blasen … damit der Leser sie durchschaut und sich dagegen wappnen kann. Dieses Meisterwerk zum Thema Finanzpsychologie war vergriffen und wird nun im Börsenbuchverlag wieder aufgelegt.

Autoren: Galbraith, John Kenneth
Seitenanzahl: 128
Erscheinungstermin: 19.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-677-6