18.05.2015 Nikolas Kessler

Wacker Chemie: Abspaltungspläne sorgen für Zündstoff

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Trendthema

Ein negativer Analystenkommentar von Merrill Lynch belastet die Aktie von Wacker Chemie zu Wochenbeginn. Dass UBS, Deutsche Bank und DZ Bank die Situation weit weniger dramatisch bewerten, kann den Kursrutsch zunächst nicht aufhalten. Das Papier ist zwischenzeitlich Schlusslicht im MDAX.

Die US-Investmentbank Merrill Lynch hat das Papier um zwei Stufen von „Buy“ auf „Underperform“ abgestuft und das Kursziel von 123 auf 106 Euro gesenkt. Zur Begründung nannte Analyst Laurent Favre den geplanten Börsengang der Siltronic-Sparte, deren Wert er in einer aktuellen Studie von zwei auf 1,7 Milliarden Euro gesenkt hat. Der Analyst verwies dabei auf negative Signale des japanischen Halbleiterherstellers Sumco für die Wafer-Preise und die jüngste Abwertung der Branche. Auch bei der Gewinnschätzung (EBITDA) für den Gesamtkonzern hat Favre den Rotstift angesetzt.

Keine Panik

Deutsche Bank und DZ Bank bewerten die Situation bei Wacker Chemie dagegen weniger dramatisch. Beide Institute haben ihre Kaufempfehlungen am Montag bestätigt und den fairen Wert jeweils bei 125 Euro belassen. Als alleinstehendes Unternehmen könnte Siltronic mittelfristig eine Branchenkonsolidierung begünstigen, schrieb Deutsche-Bank-Analyst Alexander Karnick. Peter Spengler von der DZ Bank geht außerdem davon aus, dass der Mutterkonzern zunächst noch einen Mehrheitsanteil an der Halbleitersparte behalten wird.

Für die Schweizer Großbank UBS ist Wacker Chemie einer der Top-Picks unter den europäischen Nebenwerten. Die Experten haben das Papier am Montag auf die „European Smallcaps Top 20 Key Calls“-Liste gesetzt und ihre Kaufempfehlung bestätigt.

IPO schon im Juni

Im März waren erste Spekulationen über eine Abspaltung von Siltronic aufgekommen. Zunächst stand jedoch nicht fest, ob die Sparte verkauft oder an die Börse gebracht werden soll. Anfang Mai haben Vorstand und Aufsichtsrat aber Nägel mit Köpfen gemacht und den Börsengang beschlossen. Die Erstnotiz in Frankfurt wird nun für Mitte Juni erwartet. Der Erlös von rund 150 Millionen Euro soll in erster Linie zum Abbau von Schulden verwendet werden.

Aktie halten

Die Verkaufsempfehlung von Merrill Lynch sorgt am Montag für Verkaufsdruck. Weder die positiven Kommentare der übrigen Analysten, noch die Unterstützung im Bereich der 107-Euro-Marke können den Kursrutsch aufhalten. Investierte Anleger bleiben aber dabei, der Stoppkurs des AKTIONÄR liegt bei 92 Euro.

(mit Material von dpa-AFX)

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