14.03.2019 Jochen Kauper

Volkswagen: Diess will den Autobauer auf Rendite trimmen - Aktie am Scheideweg

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VW-Chef Herbert Diess will an der Renditeschraube drehen. Die Premium-Tochter Audi konnte 2018 nicht mehr so hohe Gewinne einfahren wie im Vorjahr. Auch die Kernmarke VW-Pkw oder Skoda waren 2018 weniger profitabel als im Vorjahr. Deshalb will Herbert Diess den Fokus in Zukunft auf höhere Effizienz legen.

"Wir haben uns trotz starken Gegenwinds ordentlich geschlagen", sagte Herbert Diess bei der Jahrespressekonferenz. Die Konzernmarken hätten hart an ihrer Entwicklung gearbeitet. "Jetzt gilt es, diese Anstrengungen noch zu verstärken." Soll heißen: VW wird den Gürtel noch enger schnallen. Warum? Das Diesel-Dilemma sowie die WLTP-Geschichte haben den Autobauer Milliarden gekostet. Wie der Spiegel berichtete, sollen VW allein durch die WLTP-Misere rund 3,6 Milliarden Euro durch die Lappen gegangen sein.

Quelle: Volkswagen AG

Diess hat es jedenfalls auf eine höhere Rendite bei nahezu allen Marken abgesehen. Dazu will er die Fixkosten senken. Laut Diess habe es bereits Fortschritte gegeben. "Nach wie vor gibt es aber großen Nachholbedarf - in der Verwaltung, in der Produktion und in der Entwicklung", ergänzte Diess. Es wird kein leichtes Unterfangen für VW.

Vor allem deshalb weil Milliarden in die Entwicklung von Elektro- und Wasserstoffautos sowie Mobilitätsdienste fließen werden. Fakt ist, dass die Autobauer die Elektroautos brauchen, um die zukünftigen CO2-Ziele einzuhalten. Ansonsten drohen saftige Strafen.

70 neue Elektromodelle
Positiv ist, dass VW in punkto Elektromobilität ernst macht. VW geht das Thema E-Mobilität wie kein zweiter deutscher Autobauer konsequent an. Diess hat 70 neue Elektroflitzer in den nächsten zehn Jahren angekündigt. Die letzten Deals sind richtig und zielführend wie zum Beispiel mit Baidu, Microsoft, SK Innovation und WirelessCar.

Quelle: Volkswagen AG

Es bleibt dabei: Für VW wird es sicherlich schwierig, mit dem Swing Richtung E-Mobility die Milliardengewinne der letzten Jahre zu halten. Auf der anderen Seite müssen sich Herausforderer in Sachen E-Autos wie Tesla anschnallen. VW wird in diesem Segment nicht kleckern sondern klotzen.

Abwarten
Für die Aktie gilt: vor Kurzem wurde mit dem Sprung über die wichtige 200-Tage-Linie ein Kaufsignal signalisiert. Zuletzt hat das Papier auf dieses Ausbruchsniveau zurückgesetzt. Es gilt nun, diese wichtige Marke zu verteidigen. Gelingt dies, wartet die nächste wichtige Hürde im Bereich von 160 Euro. Anleger, die auf eine weitere Erholung spekulieren wollen, sollten ihre Position in jedem Fall mit einem Stopp absichern. Sollte das Papier wieder unter die 200-Tage-Linie zurückfallen, könnte es durchaus zu einem Rücksetzer bis in den Bereich von 137 Euro kommen.