27.02.2019 Andreas Deutsch

Top-Tipp Kering: Luxus geht wieder - Chart ein Traum

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Kering S.A.
Trendthema

Von Kering ist man ja schon einiges Gutes gewöhnt. Doch die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr, die der französische Luxuskonzern vor Kurzem vorgelegt hat, waren einsame Spitze. Die Kering-Aktie klettert weiter und weiter. Der Titel ist im Peergroup-Vergleich moderat bewertet. Geht da noch viel mehr?

Wie schaffen es die Franzosen, die Wettbewerber derart dramatisch abzuhängen? Kurze Antwort: vor allem wegen Gucci. Der Höhenflug des italienischen Modelabels, das seit 2004 zu Kering gehört, ist nicht zu bremsen. 2018 kletterte der Umsatz von Gucci um 38 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Vor fünf Jahren waren es gerade einmal 3,5 Milliarden Euro.

Besonders bemerkenswert: Gucci wächst überall auf der Welt. Vor allem in Nordamerika (+44 Prozent Umsatzwachstum) und in Asien ex Japan (+45 Prozent) bekommen die Kunden nicht genug von der Marke, was das Verdienst von Marco Bizzarri und Alessandro Michele ist. Die beiden bilden seit Anfang 2015 ein kongeniales Team: Der frühere Stella-McCartney-Topmanager Bizzarri als Gucci-CEO auf der einen, Michele als hochkreativer Modeschöpfer auf der anderen Seite.

Michele trifft mit seinen bunten, verspielten Kollektionen den Nerv Hunderttausender Modefans. Die Zeit nannte ihn wegen seiner Muster einst den „Guru der bunten Blumen“, und tatsächlich wird Michele von seinen Fans wie ein Guru verehrt. 450.000 Menschen folgen ihm auf Instagram – und sind begeistert, wenn er ab und zu mal etwas postet.

Luxus per Klick

Überhaupt wird das Netz immer wichtiger für Kering. Der boomende Onlinehandel spielt Gucci und Co in die Karten. Heutzutage brauchen viele, vor allem junge Kunden nicht mehr die Beratung in einer Luxusboutique, sondern bestellen direkt beim Hersteller. Der Online-Handel bei Gucci stieg 2018 um 70 Prozent, während der Absatz in den stationären Gucci-Läden „nur“ um 38 Prozent zunahm.

Da geht noch mehr

Die Angst, dass Chinas Käufer nicht mehr bei Luxus zugreifen, hat sich als falsch erwiesen. Kering ist so stark unterwegs wie noch nie in der Konzerngeschichte. Der Top-Tipp des AKTIONÄR (+18 Prozent seit Empfehlung Anfang Dezember) bleibt ein Kauf.