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22.06.2018 DER AKTIONÄR

ThyssenKrupp: Unerwartete Rückendeckung – ein Haken bleibt

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Seit mehr als zwei Jahren führt ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger bereits Verhandlungen mit Tata Steel über eine Fusion der europäischen Stahlaktivitäten. Dabei muss er eine Einigung mit den Indern, den Gewerkschaften und aktivistischen Investoren erzielen. Lichtblick: Von den Arbeitnehmern gibt es nun Rückendeckung.

Tekin Nasikkol, der Betriebsratschef von ThyssenKrupp Steel Europe, zeigte sich zuletzt versöhnlich. „Bis jetzt hat der Vorstand alle unsere Fragen beantwortet.“ Ein gutes Zeichen, auch wenn dies „manchmal spät, manchmal etwas sperrig“ geschah. Drei Bedingungen hatten die Arbeitnehmer ursprünglich gestellt: Eine Standortgarantie für neun Jahre, ein Gutachten über die wirtschaftliche Tragfähigkeit und, dass ThyssenKrupp nicht für die milliardenschweren Pensionsverpflichtungen von Tata aufkommen muss.

Drei Baustellen

Den Großteil der Probleme hat ThyssenKrupp inzwischen abgearbeitet. Bereits im Dezember wurden in einem Tarifvertrag Job- und Standortgarantien gegeben. Laut einem Rechtsgutachter sind auch die Pensionsverpflichtungen von Tata gedeckt. Ebenfalls wichtig: Nasikkol sieht das Problem mit möglichen Sonderrechten für das Tata-Werk in Ijmuiden als gelöst an.

Es bleibt somit nur noch eine Baustelle: die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Unternehmens. Hier muss Hiesinger eine Lösung finden, um die Wertlücke zu schließen. Die Gewerkschaften wollen in jedem Fall nicht akzeptieren, mehr Schulden auf das Joint Venture zu verlagern. Um die Forderungen der Aktivisten dennoch zu erfüllen, bleiben zwei Möglichkeiten. Entweder bezahlt Tata einen Ausgleich oder der Anteil von ThyssenKrupp am Joint Venture wird größer als die vereinbarten 50 Prozent.

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Neubewertung möglich

Nach den zähen Verhandlungen dürfte ThyssenKrupp auch die letzten Hürden für das Stahl-Joint-Venture erfolgreich meistern. Nach der Abspaltung könnte der Umbau weiter Fahrt aufnehmen. Einzeln sind die Bereiche des Konzerns mehr wert als das Konglomerat ThyssenKrupp. Anleger spekulieren auf die Neubewertung, benötigen aber weiterhin Geduld.

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