30.10.2019 Benedikt Kaufmann

Sony nach Q-Zahlen: Zwei Seiten der Prognose-Medaille

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Sony hat starke Quartalszahlen abgeliefert, die Analysten-Schätzungen übertroffen und die Gewinnprognose erhöht. Da sollte man doch meinen, die Geschäftsführung blickt positiv auf das Gesamtjahr – tut sie aber nicht. Die Aktie fällt über ein Prozent.

Der japanische Elektronikkonzern Sony hat dank robuster Nachfrage nach Bildsensoren im zweiten Quartal die Prognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Der Nettogewinn zum Bilanzstichtag 31. März 2020 soll sich auf 540 Milliarden Yen (umgerechnet 4,5 Milliarden Euro) belaufen. Im Juli war Sony noch von 500 Milliarden Yen ausgegangen.

Dem Geschäft von Sony kommt zugute, dass moderne Highend-Smartphones mit immer mehr Kameras ausgestattet sind. So befinden sich beim Sony-Kunden Apple im Spitzenmodell iPhone 11 Pro drei Kameras an der Gehäuse-Rückseite, die alle mit Sony-Bildsensoren ausgestattet sind.

Sony sieht trotz dieses Trends nicht sehr optimistisch in die Zukunft: Die Umsatzprognose wurde von 8,7 auf 8,4 Billionen Yen zurückgenommen. Hintergrund ist der schwächer als erwartet verlaufene Absatz von Spielesoftware und der Spielekonsole PlayStation 4.

Die PS4 ist bereits seit Ende 2013 auf dem Markt und wurde über 100 Millionen Mal verkauft. Sie wurde zwar zwischenzeitlich ein wenig modernisiert, Sony arbeitet aber seit geraumer Zeit an einer Nachfolge-Generation. Die Kosten für die Entwicklung und die Vorbereitungen für den Marktstart schlagen sich auch in der Bilanz nieder.

Die gute Nachfrage nach den Bildsensoren, die in vielen Spitzen-Smartphones von verschiedenen Herstellern zum Einsatz kommen, konnte schwächere Zahlen in anderen Geschäftsbereichen mehr als kompensieren. Doch in den nächsten beiden Quartalen dürfte sich die PlayStation-Schwäche ausweiten. Langfristig orientierte Anleger verfallen nicht in Panik, denn die neue Konsole soll bereits Weihnachten 2020 erscheinen. Dabeibleiben.

Sony (WKN: 853687)

Mit Material von dpaAFX.