Rheinmetall-Chef Armin Papperger sieht die deutsche Rüstungsindustrie gut gerüstet, um die Produktion bei steigender Nachfrage rasch hochzufahren. Wenn die Aufträge da seien, werde die deutsche Industrie auch liefern können, so Papperger bei einer Diskussionsrunde auf der Hannover Messe. Als Beleg verweist er auf die Erfahrungen seines Unternehmens aus der Autozuliefersparte, die nun auch im Verteidigungsbereich greifen sollen.
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat Rheinmetall die Herstellung von Artilleriemunition massiv ausgeweitet – um mehr als das Zehnfache. Dafür seien hohe Investitionen nötig gewesen, teils sogar ohne feste Verträge, getragen von Vertrauen und schnellen Zusagen.
Gleichzeitig mahnt Papperger mehr Tempo an: Zu lange habe der Fokus auf nuklearer Abschreckung gelegen, während konventionelle Fähigkeiten vernachlässigt wurden. Angesichts rasanter technologischer Entwicklungen – etwa durch Drohnen – müsse die Industrie schneller reagieren und Innovationen vorantreiben.
Bei den Kosten zeigt sich der Manager optimistisch. Mit steigenden Bestellvolumina aus Deutschland und Europa dürften Skaleneffekte greifen und Preise sinken. Erste Anzeichen gebe es bereits bei Artilleriemunition, die heute günstiger sei als noch vor wenigen Jahren.
Das Thema Verteidigung rückt derweil stärker in den Fokus der Industriemesse: Im neuen „Defense Production Park“ präsentieren rund 40 Firmen Lösungen für den schnellen Ausbau von Produktionskapazitäten. Rheinmetall demonstriert dort unter anderem die Fernsteuerung von Fahrzeugen in Echtzeit über große Distanzen.
Zuletzt konsolidierte die Aktie von Rheinmetall allerdings. Am Dienstag gehörte sie erneut zu den fünf schwächsten Werten im DAX. Analysten bleiben aber klar optimistisch. Jefferies hat das Kursziel für Rheinmetall in dieser Woche von 2.020 auf 2.220 Euro erhöht und die Kaufempfehlung bestätigt.
DER AKTIONÄR rechnet damit, dass die Korrekturphase bei Rheinmetall bald abgeschlossen sein dürfte. Die Aktie bleibt auf der Kaufliste. Wer breit gestreut in der Rüstungsbranche investieren will, kann auf den European Defence Index setzen, in dem 20 Top-Werte aus Europa vertreten sind. Mehr Informationen zum Index finden Sie hier.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Aktien der Rheinmetall befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Der Preis der Finanzinstrumente wird von einem Index als Basiswert abgeleitet. Die Börsenmedien AG hat diesen Index entwickelt und hält die Rechte hieran. Mit dem Emittenten der dargestellten Wertpapiere hat die Börsenmedien AG eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, wonach sie dem Emittenten eine Lizenz zur Verwendung des Index erteilt. Die Börsenmedien AG erhält insoweit von dem Emittenten Vergütungen.
Heute, 07:16