Die Online-Apotheke Redcare Pharmacy hat mit ihren Zahlen und dem Ausblick für Ernüchterung an der Börse gesorgt. Operativ lief das Geschäft 2025 zwar besser, als im Jahr zuvor, doch die Ergebnisse blieben hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Noch schwerer wog für Investoren der Ausblick: Für 2026 stellt das Management ein deutlich langsameres Wachstum in Aussicht und senkte zudem das mittelfristige Margenziel.
Die Aktie reagierte prompt. Bis zum Mittag rutschte der MDAX-Titel zeitweise fast 18 Prozent auf etwa 48,96 Euro ab. Damit ist die Aktie der mit Abstand größte Verlierer des Tages im MDAX.
Für 2026 erwartet Redcare ein Umsatzwachstum von 13 bis 15 Prozent auf bis zu knapp 3,4 Milliarden Euro. Wachstumstreiber sollen vor allem verschreibungspflichtige Medikamente bleiben, während rezeptfreie Produkte nur moderat zulegen dürften. Die bereinigte operative Marge soll auf mindestens 2,5 Prozent steigen. Das langfristige Margenziel wurde jedoch von acht auf fünf Prozent gesenkt.
2025 profitierte Redcare vor allem vom E-Rezept-Geschäft in Deutschland. Der Umsatz kletterte um rund ein Viertel auf 2,94 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis legte um 72 Prozent auf gut 57 Millionen Euro zu. Dieses blieb jedoch hinter den Erwartungen der Analysten von gut 63 Millionen Euro zurück.
Auch Analysten zeigten sich enttäuscht. Die neuen Ziele für 2026 liegen spürbar unter den bisherigen Markterwartungen. Besonders kritisch sehen Beobachter den Ausblick für das Deutschlandgeschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten.
Mit dem heutigen Kursrutsch hat die Aktie ein neues Verkaufssignal generiert. Mittlerweile rückt sogar das 2022er-Tief bei 36,51 Euro immer näher. DER AKTIONÄR rät bereits seit Längerem zur Vorsicht. Anleger warten bei dem Papier auch weiterhin an der Seitenlinie ab.
Heute, 11:59