20.05.2019 Michel Doepke

Ratiopharm-Mutter Teva und Mylan unter Beschuss: Skandal!?

-%
Mylan
Trendthema

Illegale Preisabsprachen unter Generika-Herstellern in den USA? Dieser Vorwurf schickt die Aktien von Brachengrößen wie Teva oder Mylan in den Keller. Seit Jahren besteht bereits der Verdacht, nun erhärtet sich dieser. Vor gut einer Woche reichten 44 Bundesstaaten eine Klage gegen 20 Unternehmen ein. Sind die Kursabschläge überzogen?

Mega-Skandal?

Bestätigt sich der Verdacht, könnte es sich um einen historischen Skandal handeln. William Tong, Staatsanwalt vom US-Bundesstaat Connecticut, bezeichnet das mögliche Kartell als "größten privaten Firmenkartell der Geschichte".

“The generic drug industry is the largest private sector corporate drug cartel in history. It affects health insurance premiums and plans, it impacts Medicare and Medicaid. It is a chain reaction that drives up the price of American health care to unnatural heights.”

Aktien von reinen Generika-Herstellern wie der Ratiopharm-Mutter Teva Pharmaceuticals oder die des Rivalen Mylan brachen kräftig ein.

DER AKTIONÄR meint: Anleger sollten beide scheinbar günstigen Aktien (Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2019 von 5 für Teva und Mylan) vorerst weiter meiden. Hohe Strafzahlungen könnten die ohnehin angekratzten Bilanzen (Geschätzte Nettoverschuldung für 2019 von Teva: rund 26 Milliarden Dollar und Mylan 11,4 Milliarden Dollar) zusätzlich belasten.