02.02.2017 Michel Doepke

Qiagen und Illumina: So soll es sein!

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QIAGEN
Trendthema

Gendiagnostik-Produkte bleiben gefragt. Während Qiagen wegen Umstrukturierungsmaßnahmen wie erwartet einen Gewinneinbruch verzeichnet, konnte der US-Konkurrent Illumina die Prognosen schlagen.

Gewinn sackt ab

Keine Panik bei Qiagen: Sicherlich schmerzt der Gewinneinbruch um 83 Prozent auf 8,6 Millionen Dollar. Doch langfristig dürfte sich der Umbau beim Diagnostik-Spezialisten auszahlen. Einer der wichtigsten Märkte für Qiagen ist die USA, wo 45 Prozent des Umsatzes generiert wird. Dort verzeichnete der TecDAX-Titel ein Wachstum von fünf Prozent. In Europa und Asien wuchs der Konzern sogar zweistellig. 2017 peilt Qiagen ein Umsatzwachstum von sechs bis sieben Prozent an und ein Ergebnis von 1,25 bis 1,27 Dollar je Aktie. Außerdem ist im laufenden Quartal der Markteintritt des GeneReader in den USA geplant. Ein Patentstreit mit dem großen Konkurrenten Illumina verhinderte eine schnellere Markteinführung und dürfte im Jahr 2017 für weitere positive Impulse sorgen.

Erwartungen übertroffen

Mit einem Gewinn von 0,85 Dollar je Aktie konnte Illumina im vierten Quartal die Erwartungen der Experten um 0,03 Dollar übertreffen. Auch der Umsatz mit 619 Millionen Dollar überzeugte. Doch für Illumina stellt 2016 nur ein Übergangsjahr dar. Dank der neuen Sequenzierer (NovaSeq-Reihe) soll eine Genom-Entschlüsselung von aktuell 1.000 Dollar auf lediglich 100 Dollar fallen. Dieser positive Preisdruck dürfte auch allen Kritikern schmecken, die gegen den Medikamentenpreiswucher in der Pharma- und Biotech-Branche sind. Denn Diagnostik-Unternehmen wie Illumina oder auch Qiagen können dank innovativer Technologien zur finanziellen Entlastung des Gesundheitssystems beitragen.

Spekulative Depotbeimischung

Fundamental befinden sich beide Firmen auf Kurs. Die Aktie von Qiagen nimmt wieder Fahrt in Richtung des Mehrjahreshochs bei 28,73 Euro auf. Risikofreudige Anleger können größere Rücksetzer zum Kauf nutzen. Illumina wurde in der Ausgabe 04/2017 von DER AKTIONÄR vorgestellt und zum Kauf empfohlen. Mutige Anleger greifen weiter zu – der Stopp sollte bei 120 Euro platziert werden.