23.05.2019 Michael Schröder

Pfeiffer Vaccum: Der Nächste, bitte!

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Pfeiffer Vacuum
Trendthema

Ende Februar berichtete Pfeiffer Vacuum nach einem guten Schlussquartal noch über bessere Geschäfte. Umsatz und Betriebsergebnis stiegen 2018 zweistellig. Beim Ausblick blieben Enttäuschungen aus. Mittlerweile zeigt sich der Vakuumpumpenspezialist etwas pessimistischer. Aufgrund der anhaltenden Zurückhaltung der Kunden kann ein schlechteres Abschneiden als im Vorjahr nicht mehr ausschließen werden.

Pfeiffer Vacuum blickt vorsichtig auf das laufende Jahr. Im laufenden zweiten Quartal zeige sich die Auftragslage unverändert verhalten, heißt es aus der Firmenzentrale. Eine Erholung im zweiten Halbjahr sei ungewiss, jedoch durchaus möglich. Damit schließt sich der Vorstand den Aussagen vieler Branchenvertreter nahtlos an.

Die Gesellschaft peilt daher für das Gesamtjahr eine Umsatzspanne zwischen 640 bis 680 Millionen Euro (Vorjahr: 659,7 Millionen Euro) an. Die EBIT-Marge soll zwischen zwölf und 15 Prozent (Vorjahr: 14,4 Prozent) – wird hier auf der heutigen Hauptversammlung weitere Details nachlegen.

Der Vakuumpumpenspezialist war wegen der Kaufzurückhaltung einiger Kunden und hoher Kosten bereits schwach in das neue Jahr gestartet. Die Erlöse fielen im ersten Quartal um knapp zehn Prozent auf 153,7 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sackte um mehr als ein Drittel auf 18,1 Millionen Euro ab. Vor allem die Investitionszurückhaltung im Halbleiter- und Beschichtungsgeschäft und die auf weiteres Wachstum ausgerichtete Kostenbasis belasteten.

Nach dem schwachen Jahresstart hatten sich Vorstand und Investoren bereits auf ein herausforderndes Jahr eingestellt – auch wenn die Produkte aus dem Hause Pfeiffer in immer mehr industriellen Prozessen an Bedeutung gewinnen.

Die heute präzisierten Jahresziele enttäuschen vor allem ergebnisseitig. Aber: Im November hatte der Großaktionär, der familiengeführte Branchenrivale Busch, sich mit mehr als 50 Prozent die Mehrheit an Pfeiffer Vacuum gesichert. Folgen der Mehrheitsübernahme sind eine engere Zusammenarbeit der beiden Unternehmen insbesondere in den Bereichen Einkauf, Vertrieb und Service, Forschung & Entwicklung sowie IT. Zudem könnte der Großaktionär auch die heutigen Kursrückschläge für weitere Aktienkäufe nutzen. Risikobewusste Anleger können daher versuchen, mit einem Abstauberlimit bei 125 Euro zum Zug zu kommen.