Peloton sendet ein Lebenszeichen. Der Fitnesskonzern blickt optimistischer auf das wichtige Weihnachtsquartal als die Analysten an der Wall Street. Zwar schrumpft der Umsatz im Vorjahresvergleich weiter, doch die Sanierung greift spürbar.
Im ersten Geschäftsquartal stieg der Umsatz um zwei Prozent auf 559 Millionen Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die Markterwartungen von 552 Millionen Dollar. Noch deutlicher fiel der Sprung beim Ergebnis aus. Der Nettogewinn kletterte von 14 Millionen auf 96 Millionen Dollar. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) legte um 42 Prozent auf 168 Millionen Dollar zu. Gleichzeitig verdoppelte sich der freie Cashflow auf 143 Millionen Dollar.
Für das laufende Weihnachtsquartal peilt das Management nun Erlöse zwischen 625 Millionen und 650 Millionen Dollar an. Der Mittelwert von 637,5 Millionen Dollar liegt leicht über den Schätzungen der Experten. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 85 Millionen und 100 Millionen Dollar landen – ein Zuwachs von 14 Prozent. Der Grund: Peloton hat seine Kostenstruktur inzwischen deutlich besser im Griff.
Teurere Abos federn Kundenschwund ab
Trotz der Erholung bleibt das Fundament wackelig. Die Zahl der zahlenden Abonnenten für vernetzte Fitnessgeräte sank im ersten Quartal um neun Prozent auf 2.475 Millionen. Auch im Weihnachtsquartal droht ein weiterer Rückgang auf bis zu 2.425 Millionen Nutzer.
Während Peloton Kunden verliert, kletterten die reinen Abo-Umsätze dennoch um drei Prozent auf 411 Millionen Dollar. Höhere Preise federn die Kündigungswelle derzeit ab. Um neue Käufer anzulocken, setzt das Unternehmen nun verstärkt auf Laufbänder. Ein günstigeres, zusammenklappbares Modell soll das Geschäft im Winter ankurbeln. Auch der Produktmix drückt auf die Profitabilität: Die Bruttomarge dürfte im zweiten Quartal von 61,3 Prozent auf rund 50 Prozent sinken.
Für das Gesamtjahr rechnet Peloton mit einem Umsatz zwischen 2,3 Milliarden und 2,4 Milliarden Dollar, was einem leichten Minus von vier Prozent entspricht. Beim bereinigten EBITDA peilt der Vorstand 475 Millionen bis 525 Millionen Dollar an. Mindestens 350 Millionen Dollar sollen als freier Cashflow in der Kasse bleiben.
Peloton gewinnt finanzielle Stabilität zurück. Das Sparprogramm greift und höhere Abo-Gebühren sichern die Margen. Das Kernproblem bleibt jedoch ungelöst: Ohne echte Kundenneugewinnung stößt dieses Sanierungsmodell bald an seine Grenzen. Ein Einstieg drängt sich derzeit daher noch nicht auf.
05.11.2026, 19:31
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