25.01.2019 Benedikt Kaufmann

Olé, Olé jetzt kommt 5G – Ericsson zeigt im Q4 wo es hingehen kann

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Ericsson
Trendthema

Ericson kann die Anleger endlich wieder begeistern. Nach soliden Q4-Zahlen weist der Telekommunikationsausrüster zum ersten Mal seit 2013 wieder ein organisches Wachstum aus. Zwar schreibt der Konzern auch im vierten Quartal rote Zahlen, doch der neue Wachstumstrend 5G hilft, den Verlust zu begrenzen.

Ericsson steigerte im vierten Quartal den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent auf 63,8 Milliarden Schwedische Kronen. Die Schätzungen der Analysten von 61,4 Milliarden Kronen konnten damit deutlich übertroffen werden.

Für das Umsatzplus war insbesondere das Kerngeschäft der Netzwerkausrüstung verantwortlich. Aufgrund weiterer Netzinvestitionen – Stichwort 5G – kann das Nordamerika-Geschäft deutlich zulegen. In großen Teilen Asiens fahren die Netzbetreiber in Vorbereitung auf 5G dagegen die Investitionen in den LTE-Standard weiter zurück. Die starke Umsatzentwicklung gibt erste Hinweise, dass Ericsson durch vermehrte 5G-Investitionen wieder die Gewinnschwelle erreichen könnte.

Zur Pressemitteilung von Ericsson zum Q4 geht es hier.

Neue 5G-Investitionswelle

In den vergangenen zwei Jahren hatte der schwedische Konzern mit schrumpfenden Umsätzen, Gewinnwarnungen und enttäuschten Anlegern zu kämpfen. Für die schwächelnde Bilanz gab es zwei Hauptgründe: Zum einen haben die Mobilfunkanbieter den im Jahr 2010 gestarteten Ausbau der 4G-Netze nach fünf Jahren größtenteils beendet, wichtige Umsätze brachen weg. Doch die Zeiten ändern sich:

In Deutschland haben sich alle großen Netzbetreiber für die Frequenzauktion für den schnellen Mobilfunkstandard angemeldet. Die Versteigerung findet dann im Frühjahr statt. Die USA und Südkorea sind schon weiter. Hier wird bereits in erste Netze investiert. Dabei soll es allein 300 Milliarden Dollar kosten, in den USA ein landesweites 5G-Netz aufzubauen. Telekom-Chef Timotheus Höttges schätzt, dass ein umspannendes 5G-Netz für Europa sogar bis zu 500 Milliarden Euro kosten dürfte.

Dabeibleiben!

Teure Zukunftsinvestitionen für Netzbetreiber sorgen für eine Erholung des RAN-Marktes (Radio Access Network = Funkzugangsnetze zu einem Mobilfunknetz). Zudem werden die Sicherheitsbedenken gegenüber dem chinesischen Telekommunikationsausrüster Huawei größer. Gleich zwei Top-News für Ericsson. Wer an weiteren Aktien der Finnen interessiert ist, kann im Bereich von 75 SEK nach günstigen Kursen fischen. Die nächste Hürde ist das 52-Wochen-Hoch. Anleger, die der Empfehlung aus DER AKTIONÄR 44/18 gefolgt sind, bleiben dabei.