17.02.2015 Markus Bußler

Öl: Das sollten Sie wissen

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Trendthema

Hat der Ölpreis sein Tief wirklich schon gesehen? Die Chancen stehen gut, dass sich die Notierung in den kommenden Wochen ihren Weg weiter nach oben bahnt. Der Grund: Die US-Ölindustrie leidet wohl stärker unter dem schwachen Ölpreis, als viele Experten vorhergesagt haben. Das jedenfalls geht aus dem so genannten Rig count hervor, der einmal wöchentlich veröffentlicht wird.

Was ist dieser Rig count? Der Rig count wird einmal pro Woche veröffentlicht und gibt an, wie viele Förderanlagen in den USA in Betrieb sind. Und diese Zahl ist in den vergangenen Wochen und Monaten deutlich eingebrochen. Nimmt man den Zeitraum ab September, als die Zahl ein Hoch markiert hat, kommt man auf ein Minus von 23 Prozent. Das ist beträchtlich. Offensichtlich zeigen die niedrigen Preise Wirkung. Viele (Fracking-)Projekte sind bei dem aktuellen Preis nicht mehr tragbar. Und neue Projekte werden zurückgestellt. Das spiegelt sich auch in den gesunkenen Investitionsplanungen der großen Öl- und Gaskonzerne wider.

Das alles spricht für wieder steigende Preise. Doch, so paradox das auch klingen mag, ich denke nicht, dass allen voran Saudi-Arabien ein Interesse an schnell steigenden Ölpreisen hat. Ein schneller Anstieg könnte dazu führen, dass Fracking in den USA einen zweiten Boom erlebt. Der Rig count könnte dann nur eine kleine Delle markieren und anschließend wieder nach oben streben. Sprich: Neue Förderanlagen könnten aus dem Boden sprießen. Die Überlegungen der OPEC dürften eher in die Richtung gehen, den Ölpreis durch hohe Förderquoten noch eine zeitlang niedrig zu halten, um der US-Ölindustrie den Appetit auf Fracking nachhaltig zu verderben. Vor allem dürften wohl die Banken ins Grübeln geraten, ob sie weiterhin bereitwillig Kredite für teure Bohrvorhaben vergeben. Eine schnell Erholung Richtung 80 Dollar scheint damit zwar utopisch. Dennoch könnten die Marktteilnehmer in Erwartung einer Angebotsverknappung den Preis zumindest eine gewisse Zeit weiter nach oben treiben. Damit könnte Brent Richtung 65 bis 68 Dollar laufen und WTI Richtung 60 Dollar. Dennoch sollten Anleger im Hinterkopf behalten, dass die Rollverluste bei Öl-Investments nicht zu unterschätzen sind.

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