UPDATE: Zuletzt sind die Ölpreise nach Trump-Aussagen, die USA werden den Iran nicht vor den Zwischenwahlen am 3. November angreifen, etwas zurückgekommen. WTI notiert aber immer noch bei 90,96 Dollar und Brent bei 103,84 Dollar. Auf Truth Social erklärte der US-Präsident am Donnerstag, die USA führten „produktive Gespräche“ mit Teheran.
Die Ölpreise sind am Donnerstag deutlich gestiegen. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg zuletzt auf 105,73 Dollar. Ein Barrel der US-Sorte WTI wird derzeit für 92,88 Dollar gehandelt. Das ist mehr als fünf respektive vier Dollar über dem Vortagesniveau. Kräftig nach oben geht es dementsprechend bei den Ölwerten. Chevron führt die Gewinnerliste im Dow Jones an, TotalEnergies und Eni im EuroStoxx 50. Auch ExxonMobil, Shell und BP geben Gas.
Rückenwind gab ein Bericht des US-Magazins The Atlantic: Demnach soll das Weiße Haus das Pentagon aufgefordert haben, mögliche Angriffe auf den Iran vor den Zwischenwahlen im November auszuarbeiten. Ob die Pläne umgesetzt werden, ist offen. Das stellt Trumps bisherige Iran-Pläne infrage.
An der Straße von Hormus bleibt die Lage angespannt. Der Krieg zwischen den USA und dem Iran hat Exporte gebremst und Energieinfrastruktur beschädigt. Der Schiffsverkehr nahm zwar zu, zugleich häuften sich Angriffe auf Tanker. Zerstörte russische Raffinerien schränken das Angebot an Benzin und Diesel ein. Saudi-Arabien meldete Vergeltungsangriffe im Jemen: Eine von Riad geführte Koalition habe 82 militärische Ziele der Huthi zerstört.
Saul Kavonic von MST Marquee zufolge halten ein knappes Angebot an Ölprodukten, hohe Transportkosten und das Risiko einer iranischen Eskalation die Preise hoch. Zusätzlich drosselten Produzenten im Golf von Mexiko wegen eines Tropensturms ihre Förderung um mehr als 510.000 Barrel pro Tag – rund ein Viertel der regionalen Produktion.
Die Aktie von Chevron erhielt außerdem Unterstützung von Analystenseite. Die Schweizer Großbank UBS bestätigte die Kaufempfehlung und erhöhte das Kursziel von 220 auf 235 Dollar. Für das dritte Quartal 2026 hob die UBS ihre Prognose für den Gewinn je Aktie von 4,15 auf 4,93 Dollar an. Damit liegt sie über dem Konsens von 4,86 Dollar. Höhere realisierte Rohölpreise und bessere Raffineriemargen dürften schwächere Margen in der Ethylen-Wertschöpfungskette sowie negative Timing-Effekte ausgleichen, so die UBS.
Die Aktien von BP, Chevron, Eni, ExxonMobil, Shell und TotalEnergies sind auch laufende Empfehlungen des AKTIONÄR. Alle Titel liegen satt im Plus. Anleger bleiben angesichts des positiven Momentums investiert.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: TotalEnergies, ExxonMobil.
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