Netflix steht vor einem entscheidenden Quartalsbericht: Die Zuschauerzahlen stagnieren, der Konkurrenzdruck wächst und neue Wachstumstreiber sind gefragt. Heute legt der Streamingdienst seine Zahlen vor – im Fokus stehen die Nutzerbindung und der Ausblick. Die Wall Street erwartet überzeugende Antworten: Netflix muss zeigen, dass neue Inhalte und Live-Formate das Wachstum wieder beschleunigen können.
Vergangene Wochen gab Netflix bekannt, dass der frühere Disney-Manager Peter Rice künftig als Chief Content Officer die globale Inhalteorganisation des Unternehmens leiten wird. Dazu gehören fiktionale und nichtfiktionale Serien, Filme und Live-Veranstaltungen.
Rice löst Bela Bajaria ab, die seit zehn Jahren bei Netflix tätig ist und zuletzt das globale Content-Team des Unternehmens mit Schwerpunkt auf der Live-Sportstrategie führte. Bajaria war 2016 zunächst eingestellt worden, um Netflix beim Aufbau einer Abteilung für nichtfiktionale Formate sowie bei Lizenzierungen und Koproduktionen mit Studios zu unterstützen. Später übernahm sie die oberste kreative Führungsrolle und verantwortete ein Content-Budget von 20 Milliarden Dollar.
Unter ihrer Leitung entstanden unter anderem erfolgreiche Serien wie „Stranger Things“, „Wednesday“, „Bridgerton“, „Squid Game“, „Adolescence“ und „Beef“. Bajaria trieb außerdem den Einstieg von Netflix in Live-Sport und Live-Events voran – unter anderem mit Vereinbarungen mit der WWE und der NFL sowie Formaten wie „The Roast of Tom Brady“.
Schwächelnde Nutzungsintensität
Im Juli meldete Netflix, dass die Sehdauer in der ersten Jahreshälfte nur um zwei Prozent gestiegen sei. Dem Streamingdienst fehlten Serien, die für eine breite öffentliche Aufmerksamkeit und Gesprächsstoff sorgen.
Co-CEO Ted Sarandos räumte im vergangenen Monat auf der Bloomberg-Konferenz Screentime ein: „Wir wachsen nicht so schnell, wie ich es gerne würde.“
Diese Warnsignale und zuletzt auch Bajarias Abgang lassen die Wall Street mit weiterer Unruhe rechnen. Gut möglich, dass Bajarias plötzlicher Abgang ein weiteres Warnsignal darstellt. Hei0t: die Nutzungsintensität von Netflix könnte im dritten Quartal möglicherweise erneut schwach gewesen sein.
Netflix wird seine Geschäftszahlen am Dienstag nach US-Börsenschluss veröffentlichen. DER AKTIONÄR hat die Aktie auf der Watchlist, für eine Kaufempfehlung muss der Streamingdienst aber heute neue Argumente liefern.
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