Die Aktie von Netflix verliert im vorbörslichen US-Handel mehr als sechs Prozent. Denn der Konzern wächst immer langsamer. Seit Jahresbeginn steht sie mehr als 25 Prozent im Minus, binnen eines Jahres über 40 Prozent. Der Streamingriese will deshalb wieder mehr Zuschauerzeit für seine Filme und Serien gewinnen.
„Wir wollen der Unterhaltungs-Dienst sein, den man haben muss“, sagte Co-Chef Ted Sarandos. Kollege Greg Peters räumte ein: „Wir wissen, dass wir es besser können.“ Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf 12,9 Milliarden Dollar – das schwächste Wachstum seit drei Jahren, aber im Rahmen der Analystenerwartungen. Der Gewinn erhöhte sich um rund 44 Prozent auf 3,66 Milliarden Dollar. Analysten bewerteten die Ergebnisse dennoch überwiegend positiv. Jefferies verwies auf solide Abonnenten- und Preistrends und bekräftigte die Kaufempfehlung. Goldman Sachs sieht die stärkere Ausrichtung auf US-Inhalte und Zuschaueraktivität als zentralen Hebel. Der Ausblick für das vierte Quartal enttäuschte zwar etwas, könnte aber vorsichtig kalkuliert sein.
Trotz seiner Marktführerschaft wächst das Geschäft laut Sarandos langsamer als erhofft. Zweifel gibt es an der Nutzungsdauer: Marktforscher berichten von sinkender Aktivität, während Netflix-Produktionen bei wichtigen Preisverleihungen zuletzt meist leer ausgingen und neue weltweite Hits ausblieben. Zudem baut der Konzern um: Rund sechs Prozent der Belegschaft, etwa 1.000 Beschäftigte, wurden entlassen. Peter Rice, zuvor bei Disney tätig, folgt auf Programmchefin Bela Bajaria. Auch Filmchef Dan Lin musste gehen.
Sarandos bekräftigte den Vorrang des Streamings: „Das ist unser Kern.“ Einzelne Filme, darunter Greta Gerwigs „Narnia“, sollen dennoch 45 Tage exklusiv im Kino laufen. Außerdem erwägt Netflix, das in Frankreich getestete Modell mit TF1, dessen Programm über die Plattform angeboten wird, auf weitere Partner auszuweiten.
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Heute, 13:41
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