31.01.2019 Michel Doepke

Nel-Aktie massiv unter Druck: Das kommt überraschend

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Nel ASA
Trendthema

Der Wasserstoff-Pure-Player Nel hat gestern nach Börsenschluss in Oslo mit zwei Neuigkeiten überrascht. Zum einen meldeten die Norweger einen Großautrag aus den USA von einem Neukunden. Gegenwert: Über 6,0 Millionen Dollar. Im Anschluss verkündete Nel eine Kapitalerhöhung im Rahmen einer Privatplatzierung. Anleger sollten sich davon nicht verunsichern lassen – denn es ist völlig normal, dass defizitär arbeitende Unternehmen mit einer exzellenten Zukunftsperspektive auf den Kapitalmarkt angewiesen sind.

Kapitalmaßnahme bereits durchgeführt

Nel plante rund 84,9 Millionen neue Papiere auszugeben, was etwa 7,6 Prozent des Grundkapitals entspricht. Knapp sieben Stunden später meldet das norwegische Unternehmen bereits Vollzug: Alle Aktien konnten zu einem Kurs von 5,45 Norwegischen Kronen (etwa 0,56 Euro) platziert werden. Das ist ein fairer Preis, angesichts der zuletzt dynamischen Aufwärtsbewegung beim Hot-Stock. Denn der Discount zum gestrigen Schlusskurs in Norwegen beträgt nicht einmal zehn Prozent.

Nel möchte das frische Kapital für die technologische Weiterentwicklung und Innovationen in allen Segmenten verwenden. Damit soll die führende technologische Position gesichert und attraktive Marktchancen genutzt werden. Nel bezieht sich in diesem Zusammenhang auf den Schwerlastverkehr – in diesem Segment meldete das Unternehmen kurz vorher den Auftrag für eine Wasserstoff-Station. Darüber hinaus veröffentlichte Nel eine neue Präsentation mit wichtigen Details zu fundamentalen Entwicklungen und Zukunftsperspektiven. DER AKTIONÄR wird in den kommenden Tagen die wichtigsten Details dazu zusammenfassen.

Die Story ist intakt

Investierte Anleger sollten nicht in Panik verfallen. Nel investiert weiter in die Zukunft, um von einer global anziehenden Nachfrage in Sachen Elektrolyse und Wasserstoffbetankungslösungen zu profitieren und die Pole-Position zu sichern. Im heutigen Handel verliert die Nel-Aktie 6,5 Prozent und nähert sich damit dem Ausgabepreis von 5,45 Kronen an. Gestern hatte DER AKTIONÄR aufgrund der starken Performance zuletzt zu ersten Gewinnmitnahmen geraten. Langfristig ist die spekulative Story intakt, doch das Management muss nun liefern und an den gestrigen Auftrag anknüpfen.