28.10.2014 Florian Söllner

Nach dem Twitter-Schreck – jetzt Facebook

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DAX
Trendthema

Twitter hat enttäuscht – die Aktie verliert am Dienstag über zehn Prozent an Wert. Macht es der langjährige AKTIONÄR-Favorit Facebook heute Abend besser? Die Vorzeichen stehen gut. Seit Jahren übertrifft Facebook den Konsensus. Die Analysten unterschätzen, wie massiv die Nutzung von Facebook per Smartphone zu einer Ausweitung des Traffics führen.

Im Q1 2014 lag der Gewinn 40 Prozent über den Erwartungen, im Q2 2014 um 30 Prozent. Aufgrund des WM-Effektes, der IceBucketChallenge und dem Boom größerer Smartphones ist davon auszugehen, dass die Q3-Zahlen ähnlich stark werden. Die Prognose liegt bei einem Gewinn je Aktie von 0,405 US-Dollar.

Das wird erwartet
Analysten erwarten im dritten Quartal eine Verbesserung des Gewinns im Vergleich zum Vorjahresquartal um 60 Prozent. Der Umsatz soll um 55 Prozent zulegen. Wenngleich vieles für gute Zahlen spricht, gibt es auch eine kleine Warnung. Das Facebook-Managment sagte im Analysten-Call während der Präsentation der Q2-Zahlen, dass das Umsatzwachstum deutlich zurückgehen könnte.

Facebook hat ein Größenproblem. Bereits jetzt sind 60 Prozent der westlichen Welt auf der Plattform. Eine geringeres Kundenwachstum könnte jedoch erneut durch ein überproportionales Wachstum des Umsatzes pro User in den Schatten gestellt werden.

Investierte Anleger bleiben dabei! Neueinsteiger sollten sich bewusst sein, dass der Tag nach der Zahlenbekanntgabe immer sehr volatil verläuft.

Mehr dazu im AKTIONÄR-Ausblick im DAF-Video:

 

Buchtipp: Die Facebook-Gefahr

Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

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