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Microsoft-Zahlen: Cloud-Dämpfer überschattet OpenAI-Milliarden

Microsoft-Zahlen: Cloud-Dämpfer überschattet OpenAI-Milliarden
Foto: JeanLucIchard/Shutterstock
Microsoft Corporation - %
Philipp Schleu 28.01.2026, 22:29 ‧ Philipp Schleu
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Microsoft hat am Mittwochabend Zahlen vorgelegt, die die Wall Street zwiegespalten zurücklassen. Trotz eines deutlichen Gewinn- und Umsatzsprungs verlor die Aktie im nachbörslichen Handel rund vier Prozent. Der Grund: Das Wachstum der wichtigen Cloud-Sparte Azure verliert leicht an Schwung.

Microsoft lieferte operativ ab und schlug die Erwartungen der Analysten. Der bereinigte Gewinn pro Aktie belief sich auf 4,14 Dollar, während der Markt mit 3,97 Dollar gerechnet hatte. Auch beim Umsatz übertraf der Software-Riese die Prognosen: 81,27 Milliarden Dollar stehen zu Buche – ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Erwartet worden waren lediglich 80,27 Milliarden Dollar.

Unter dem Strich kletterte der Nettogewinn massiv auf 38,46 Milliarden Dollar. Im Vorjahresquartal waren es noch 24,11 Milliarden Dollar.

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Quelle: Tradingview

Das Azure-Problem

Während die nackten Zahlen stimmen, schauen Anleger präzise auf die Wachstumsraten im Cloud-Sektor. Azure und andere Cloud-Dienste wuchsen im zweiten Geschäftsquartal um 39 Prozent. Das ist zwar ein starker Wert, markiert jedoch eine Verlangsamung gegenüber den 40 Prozent Wachstum im Vorquartal. Analysten hatten im Schnitt mit einer Punktlandung bei 39 bis 39,4 Prozent gerechnet. An der Börse reicht dieses minimale Nachlassen des Momentums derzeit aus, um Verkäufe auszulösen.

Der OpenAI-Faktor

Die Partnerschaft mit OpenAI sorgt derweil für extreme Sprünge in der Bilanz. Das sogenannte „Remaining Performance Obligation“ (RPO) – ein Indikator für künftige Umsätze – schoss um 110 Prozent auf 625 Milliarden US-Dollar nach oben.

Dieser enorme Zuwachs ist fast zur Hälfte auf OpenAI zurückzuführen: Das KI-Unternehmen hat sich verpflichtet, Cloud-Leistungen im Wert von 250 Milliarden Dollar bei Microsoft abzurufen. Entsprechend explodierten auch die kommerziellen Buchungen, die um 230 Prozent zulegten.

Sondereffekte durch Umstrukturierung

Auch die Umwandlung von OpenAI in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft (Public-Benefit Corporation) hinterlässt Spuren. Microsoft verbuchte daraus einen sonstigen Ertrag von knapp 10 Milliarden Dollar, nachdem im Vorjahr an dieser Stelle noch ein Verlust von 2,29 Milliarden US-Dollar gestanden hatte.

Microsoft bleibt die treibende Kraft im KI-Sektor, was die massiven Auftragsbestände belegen. Doch die hohe Bewertung der Aktie verzeiht keine Schwächezeichen beim Wachstumstempo. Anleger beachten den Stopp bei 370 Euro.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Microsoft.

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