Der globale Halbleiter-Sektor demonstriert weiter Stärke. Zum Wechsel in das zweite Halbjahr machen Chip-Aktien bereits einen Rekordanteil von 19,7 Prozent am S&P 500 aus. Getrieben wird diese Entwicklung vom anhaltenden Ausbau der weltweiten KI-Infrastruktur. Nun liefert eine milliardenschwere Ankündigung aus Südkorea den nächsten Schub.
• Südkorea treibt den Aufbau neuer Halbleiterkapazitäten massiv voran.
• Samsung und SK Hynix planen Investitionen in neue Speicherchip- und Packaging-Anlagen.
• Ausrüster wie KLA, Applied Materials, Lam Research und ASML profitieren direkt von diesem Investitionszyklus.
Die Botschaft ist klar: Der KI-Boom bleibt nicht auf einzelne Chipdesigner beschränkt. Er zieht sich durch die gesamte Wertschöpfungskette – von Speicherchips über Fertigungstechnik bis hin zu Prozesskontrolle und Lithographie.
Südkoreas Milliarden-Offensive
Auslöser der jüngsten Rally ist ein staatlich begleitetes Megaprojekt im Südwesten Südkoreas. Samsung Electronics und SK Hynix wollen dort ein neues Zentrum für die Chip-Produktion errichten.
Beide Konzerne planen jeweils rund 400 Billionen Won, umgerechnet etwa 260 Milliarden Dollar, in den neuen Fertigungshub zu investieren. Hinzu kommen weitere 81 Billionen Won, rund 53 Milliarden Dollar, für spezialisierte Chip-Packaging-Anlagen in der Zentralregion. Langfristig wird im Rahmen dieser Projekte ein Gesamtinvestitionsvolumen von mehr als zwei Billionen Dollar in Aussicht gestellt.
Südkoreas Präsident Lee Jae Myung betonte die strategische Bedeutung von Halbleitern, KI-Rechenzentren und KI-gestützter Robotik. Die Botschaft der Branche ist eindeutig: Die bestehenden Kapazitäten reichen nicht aus, um die weltweite Nachfrage zu decken.
Der Speichermangel bei DRAM und NAND bleibt damit ein zentrales Thema. Um den Engpass zu verringern, sollen neue Produktionslinien und vier große Speicherchip-Fabriken entstehen.
Die Ausrüster verdienen mit
Für die Zulieferer der Halbleiterindustrie ist diese Investitionswelle ein langfristiger Wachstumstreiber. Jede neue Fabrik benötigt Spezialmaschinen, Prozesskontrolle, Messtechnik, Beschichtungssysteme, Ätztechnik und Lithographie-Anlagen.
KLA zählt dabei zu den wichtigsten Gewinnern. Der Konzern liefert Prozesskontroll- und Inspektionssysteme, die bei der modernen Chipfertigung unverzichtbar sind. Applied Materials deckt ebenfalls zentrale Bereiche des Fabrikbaus und vieler Fertigungsschritte ab.
Auch Lam Research und ASML profitieren vom Ausbau der globalen Chipkapazitäten. Während Lam Research bei Ätz- und Abscheidetechnik stark positioniert ist, bleibt ASML der zentrale Anbieter im Bereich moderner Lithographie.
Rekorde mit fundamentaler Basis
Die Aktien der Halbleiter-Ausrüster reagieren entsprechend stark. KLA, Applied Materials, Lam Research und ASML notieren nahe ihrer Höchststände oder haben neue Rekordmarken erreicht.
Der Grund ist nicht kurzfristige Euphorie, sondern eine klare wirtschaftliche Logik: Wenn Samsung, SK Hynix und andere Chiphersteller über Jahre hinweg neue Kapazitäten aufbauen, entstehen planbare Aufträge für die Ausrüster. Der KI-Infrastrukturzyklus sorgt damit für ein langfristiges Investitionsfenster.
Die Schaufelverkäufer des KI-Booms
KLA und Applied Materials zeigen, warum die zweite Reihe der Halbleiterindustrie so spannend ist. Sie verkaufen nicht die bekanntesten Endprodukte, sondern die unverzichtbaren Werkzeuge für deren Herstellung.
Für den Börsenbrief Megatrend Folger sind solche Unternehmen klassische Megatrend-Aktien: starke Marktstellung, strukturelles Wachstum und direkte Beteiligung am Ausbau der digitalen Infrastruktur. Mit langfristig laufenden Optionsscheinen lässt sich diese Entwicklung zusätzlich hebeln. Optionsscheine auf beide Werte befinden sich bereits seit längerem im Megatrend Folger-Depot.
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FAQs zu KLA, Applied Materials und Halbleiter-Ausrüstern
Warum profitieren KLA und Applied Materials von Südkoreas Chip-Offensive?
Neue Halbleiterfabriken benötigen Maschinen, Prozesskontrolle, Messtechnik und Fertigungstechnologien. Genau diese Systeme liefern Unternehmen wie KLA und Applied Materials.
Was macht KLA besonders wichtig?
KLA ist stark bei Inspektions- und Prozesskontrollsystemen. Diese helfen Chipherstellern, Fehler früh zu erkennen und die Produktionsausbeute zu verbessern.
Welche Rolle spielt Applied Materials?
Applied Materials liefert Anlagen, Materialien und Technologien für viele zentrale Schritte der Chipfertigung.
Warum ist der Speichermangel relevant?
KI-Rechenzentren brauchen immer mehr DRAM, NAND und Hochleistungsspeicher. Neue Kapazitäten sollen helfen, diesen Engpass zu verringern.
Warum sind Ausrüster oft attraktive KI-Profiteure?
Sie verdienen an den Investitionen der gesamten Branche – unabhängig davon, welcher einzelne Chipanbieter am Ende den größten Marktanteil gewinnt.
Heute, 07:35