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23.07.2020 Adam Maliszewski

Leoni: Wo sind gute Nachrichten? Vorstand hält sich mit Prognosen zurück

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Leoni

Der angeschlagene Kabel- und Bordnetzspezialist Leoni traut sich in Anbetracht der anhaltenden Unsicherheiten wegen der Corona-Krise nach wie vor keinen Ausblick für 2020 zu. Es sei weiterhin nicht möglich, eine verlässliche Prognose für das laufende Geschäftsjahr abzugeben, sagte Konzernchef Aldo Kamper am Donnerstag auf der Online-Hauptversammlung.

Das SDAX-Unternehmen hatte wegen der Pandemie seine weltweit mehr als 80 Werke größtenteils temporär geschlossen. Kamper rechnet für das kürzlich abgeschlossene zweite Quartal mit erheblichen finanziellen Belastungen, setzt aber darauf, dass der Tiefpunkt mittlerweile überschritten ist. Obwohl Kamper im weiteren Jahresverlauf eine schrittweise Erholung erwartet, sei aktuell noch nicht klar, wie schnell und nachhaltig sich die Nachfrage der Kunden tatsächlich bessern werde.

Leoni (WKN: 540888)

Mit Blick auf das laufende Umbau- und Sparprogramm sieht Kamper den Konzern trotz aller Herausforderungen auf Kurs. „Wir kommen planmäßig voran und machen wichtige Fortschritte“, befand der Manager. Die schon länger angekündigte Trennung von der Kabelsparte sei inzwischen vorbereitet, es gebe unterschiedliche Interessenten. Gleichwohl sieht der Vorstand in Anbetracht des aktuellen Marktumfelds keinen Grund, die Umsetzung des Verkaufs zu forcieren. 

Klar sei, dass das Geschäftsjahr 2020 eine weitere Bewährungsprobe für Leoni darstellen werde, verdeutlichte der Konzernlenker. Leoni hatte im vergangenen Jahr tiefrote Zahlen geschrieben und unter der anhaltend mauen Automobilkonjunktur, aber auch unter hausgemachten Problemen gelitten. Nun kommt auch noch die Coronakrise zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt hinzu. Sie brockte dem Zulieferer im ersten Quartal einen weiteren herben Verlust ein.

Leoni hat sich durch einen Bankenkredit mit Staats- und Länderbürgschaften das Überleben gesichert, doch die Zukunftsaussichten sind schwer einschätzbar. Die operative Erholung kann nur über einen langen Zeitraum und durch neue Mittelzuflüsse gesichert werden. DER AKTIONÄR bleibt an der Seitenlinie.

(Mit Material von dpa-AFX)