Kontron hat trotz eines deutlichen Gewinnanstiegs die Erwartungen der Anleger verfehlt. Sowohl die Umsatzentwicklung als auch der Ausblick für 2026 blieben hinter den Prognosen der Analysten zurück. Die Aktie reagiert mit kräftigen Abschlägen und gehört zu den schwächsten Werten auf dem heimischen Kurszettel.
Operativ konnte Kontron im abgelaufenen Jahr zwar Fortschritte erzielen: Der Umsatz sank infolge des Verkaufs der Modulsparte Jumptec um knapp fünf Prozent auf gut 1,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig verbesserte sich die Profitabilität deutlich. Das bereinigte EBITDA stieg um 15 Prozent auf 220,5 Millionen Euro, der Nettogewinn legte sogar um mehr als 50 Prozent auf 141 Millionen Euro zu.
Für 2026 stellt das Management des Technologiekonzerns ein Umsatzwachstum auf 1,75 bis 1,8 Milliarden Euro in Aussicht. Damit liegt die Prognose jedoch unter den Erwartungen des Marktes. Das bereinigte EBITDA soll auf rund 225 Millionen Euro steigen. Positiv hervorzuheben ist der deutlich gewachsene Auftragsbestand, der auf rund 2,5 Milliarden Euro zulegte.
Mittelfristig bleibt der Konzern optimistisch: Bis 2030 sollen der Umsatz auf 2,6 Milliarden Euro und das EBITDA auf 420 Millionen Euro steigen. Wachstumstreiber sieht das Management vor allem in den Bereichen Verteidigung, Transport und Cybersicherheit. Flankierend kündigte Kontron ein Aktienrückkaufprogramm an: Bis zu 2,9 Millionen Aktien sollen für maximal 50 Millionen Euro erworben werden.
Trotz der operativen Fortschritte überwiegt aktuell die Enttäuschung über den verhaltenen Ausblick. Die Aktie verliert prozentual zweistellig, das Chartbild hat sich deutlich eingetrübt. Mit Blick auf die angepeilte Ergebnisverdopplung bis zum Jahr 2030 erscheinen die Papiere mit einem 2026er-KGV von 10 zwar günstig bewertet. Anleger warten dennoch vorerst eine Stabilisierung der Aktie ab, setzen den Titel aber auf die Wachtlist.
(Mit Material von dpa-AFX)
Heute, 13:23