13.09.2009 Frank Phillipps

iQ-Power-Chef: "Die Aktie wird ein attraktives langfristiges Investment"

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Kein Geld mehr in der Kasse, die Aktie nur noch ein fast wertloser Pennystock - im Frühjahr 2009 sah die Welt für iQ Power noch trostlos aus. Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Im zweiten Teil des großen iQ-Power-Interviews spricht Vorstand Charles Robert Sullivan über den spektakulären Deal mit dem neuen Vertriebspartner und die Perspektiven für die iQ-Power-Aktie.

Im ersten Teil des großen Vorstandsinterviews sprach DER AKTIONÄR mit iQ-Power-Chef Charles Robert Sullivan über den schwierigen Weg aus der Insolvenz und die wichtigsten Zielmärkte für das Unternehmen.

Im zweiten Teil sprach DER AKTIONÄR mit Sullivan über Absatzpotenziale, den spektakulären Deal mit dem neuen Partner und die Aussichten für die Aktie.

DER AKTIONÄR: Wie hoch schätzen Sie das Absatzpotenzial für Ihre Produkte in den einzelnen Märkten ein?

Charles Robert Sullivan: Der Gesamtmarkt für Starterbatterien ist mit weltweit jährlich rund 270 Millionen Einheiten gewaltig. Davon macht allein der Ersatzmarkt rund 200 Millionen Einheiten jährlich aus. Wir haben uns vorgenommen zusammen mit unseren Partnern in den nächsten paar Jahren fünf bis zehn Prozent Anteil zu erreichen.

An der jüngsten Kapitalerhöhung hat sich ein koreanischer Investor in hohem Maße beteiligt. Außerdem wurde mit dem Industrie-Riesen Daewoo ein renommierter Vertriebspartner gefunden. Was versprechen Sie sich von der Kooperation?

In der Tat sind wir über die jüngst unterzeichnete Kooperation mit dem koreanischen Handelsriesen Daewoo International Corporation (DWIC) sehr glücklich. Mit über zehn Milliarden Dollar Umsatz und weltweit über 110 Niederlassungen ist DWIC nicht nur das größte Handelshaus Koreas, sondern verfügt auch über eine starke Automotive-Sparte. DWIC wird unsere Produkte exklusiv in Asien und dem Mittleren Osten vertreiben und verfügt über eine Nicht-Exklusivität für beide amerikanischen Kontinente sowie für Afrika.

Über die ausgezeichneten Verbindungen von DWIC zu den asiatischen Automobilherstellern sehen wir in der Zusammenarbeit auch einen strategischen Türöffner zu den OEM. Außerdem nutzen wir die Einkaufsmacht von DWIC für die günstige Beschaffung von Rohstoffen, Halbzeugen und Einbauteilen.

Die Tatsache, dass DWIC mit 2,3 Millionen Euro in unser bestehendes koreanisches Jointventure iQ Power Asia einsteigt, unterstreicht die Ernsthaftigkeit von Daewoo. Das Jointventure, das wir seit rund drei Jahren mit einem koreanischen Partner haben, wird in einer neuen Fabrik in Korea im kommenden Jahr Batterien nach unserer Technologie produzieren.

Über die im Juli beschlossene Kapitalerhöhung könnten iQ Power rund 13,65 Millionen Euro zufließen. Bis zum 25. September sollen die Zeichnung der Aktien und die Zahlung der Einlagen erfolgen. Läuft alles nach Zeitplan?

Ja, wir haben bereits erste Zahlungen aus den bisher gezeichneten Einlagen erhalten. Insgesamt wurde der Löwenanteil der Kapitalerhöhung schon gezeichnet.

Das Angebot bei der Kapitalerhöhung richtet sich ausschließlich an maximal sechs Großinvestoren. Wer sind diese Investoren und verpflichten sich diese zu Haltefristen für ihre Aktien?

Bei den Investoren handelt es sich neben einem asiatischen Investor auch um einen Schweizer Investmentfonds sowie unter anderem auch um die eingangs besagte kleine Gruppe engagierter und finanzstarker Aktionäre von iQ Power, die gemeinsam als ein Investor auftreten. Namen der Investoren werde ich an dieser Stelle keine nennen.

Grundsätzlich gibt es keine Haltefristen für die Aktien. Da es sich weitgehend jedoch um strategische Investoren handelt, erwarten wir, dass die meisten Aktien nicht sofort wieder an den Markt kommen. Zu rechnen ist allenfalls mit einem kleinen Teil seitens der besagten Einzelaktionäre.

Letzte Frage: Die Aktie von iQ Power war in den letzten Jahren vor allem ein Spielball für Zocker. Wie wollen Sie erreichen, dass das Papier auch für normale Privatanleger an Attraktivität gewinnt?

Solange iQ Power keine marktgängigen Produkte hatte und folglich keinen Umsätze aus dem Produktverkauf erzielte, war die Aktie stets Spielball von Fantasien, unterschiedlichen Meinungen, Gerüchten und anderen Beeinflussungen. Diese in der Tat sehr unbefriedigende Situation wird sich mit zunehmendem Produktverkauf und Umsatz verbessern. Spätestens in einem halben Jahr sollte hier Stabilität eingetreten sein, sodass die Aktie auch für Privatanleger ein attraktives langfristiges Investment darstellen wird.

Fazit: Weichen für Trendwende gestellt

Der Patient iQ Power wurde erfolgreich wiederbelebt und hat die ersten Schritte in der Rehabilitation hinter sich gebracht. Ob eine vollständige Genesung gelingt, hängt von vielen Faktoren wie der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung und der Resonanz auf die iQ-Power-Produkte ab.

Die Weichen für eine Trendwende hat das Unternehmen mit der Rückkehr aus der Insolvenz, der erfolgreich platzierten Kapitalerhöhung und dem Abschluss der Vertriebspartnerschaft mit Daewoo gestellt. Sollte das Unternehmen nun zeitnah neue Aufträge erhalten, sollte auch die Aktie weiter Fahrt aufnehmen. AKTIONÄRS-Leser liegen mit dem Papier seit Empfehlung bereits fast 80  Prozent im Plus und sollten unter Beachtung des Stopps bei 0,15 Euro weiter an Bord bleiben.